Lukaschenko-Vertrauter: Fünf Jahre Sperre für belarussischen Eishockey-Präsidenten

Der für fünf Jahre gesperrte belarussische Eishockey-Präsident soll ein Vertrauter von Präsident Alexander Lukaschenko (hier im Bild) sein.

Der für fünf Jahre gesperrte belarussische Eishockey-Präsident soll ein Vertrauter von Präsident Alexander Lukaschenko (hier im Bild) sein.

Zürich/Minsk. Der internationale Eishockeyverband IIHF hat den belarussischen Verbandspräsidenten Dimitri Baskow für fünf Jahre gesperrt. Das teilte die IIHF am Mittwoch mit. Eine Disziplinarkommission führte nach Angaben des Verbands, für dessen Vorsitz der deutsche Eishockey-Präsident Franz Reindl kandidiert, ausreichend Beweise für verschiedene Vergehen des 43-Jährigen an. Der Vertraute des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko soll Sportler in seinem Land aufgrund ihrer politischen Meinung bedroht und diskriminiert haben. Baskow soll außerdem sein Amt missbraucht haben, um Lukaschenko zu unterstützen.

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Ihm wurde zudem vorgeworfen, in den Vorfall um den gewaltsam zu Tode gekommenen Demonstranten Roman Bondarenko im Zusammenhang mit der Protest-Bewegung gegen Präsident Lukaschenko Ende 2020 verwickelt gewesen zu sein. Beweise für eine aktive Beteiligung Baskows an dem Angriff auf Bondarenko wurden nicht vorgelegt. Eine Anwesenheit des früheren Goalies bei dem Tötungsdelikt konnte aber nicht ausgeschlossen werden.

Belarussischer Eishockey-Verband kritisiert Sperre

Medien in Belarus hatten angebliche Mitschnitte von Telefongesprächen veröffentlicht, die Baskow belasten sollen. Die bis im September 2026 dauernde Sperre gilt für jegliche nationale und internationale Eishockey-Tätigkeiten.

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Der belarussische Eishockey-Verband verurteilte die „Disqualifizierung“ Baskows, der lediglich seine persönliche politische Position geäußert habe. Baskow hatte Lukaschenko, der im Westen wegen seines brutalen Vorgehens gegen Andersdenkende als „letzter Diktator Europas“ bezeichnet wird, immer wieder öffentlich gelobt.

Der IIHF habe seine Entscheidung offenkundig unter dem wachsenden Druck politischer Kräfte im Westen getroffen, hieß es in der in Minsk veröffentlichten Mitteilung. Es seien keine Beweise für ein Vergehen Baskows vorgelegt worden. Der Verband will nun prüfen, ob er gegen die Sperre vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas in Lausanne Einspruch einlegt.

„Aktuell setzt der Funktionär seine Arbeit für die Entwicklung des Eishockeys in der Republik Belarus fort“, teilte der Verband mit. Baskow bleibt demnach Verbandschef. Lukaschenko, der auch begeistert Eishockey spielt, trifft selbst solche Personalentscheidungen.

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RND/dpa

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