„Hätte ich nicht gedacht“

Finanzminister Lindner von sich selbst und von Steuersenkungen überrascht

29.03.2022, Nordrhein-Westfalen, Erkrath: Christian Lindner (FDP), Bundesminister für Finanzen, am Rande einer Verkehrskontrollaktion auf dem Rastplatz Stindertal, A3, Fahrtrichtung Köln. Lindner hat die deutsche Wirtschaft dazu aufgerufen, sich international breiter aufzustellen und weniger auf China zu fokussieren.

29.03.2022, Nordrhein-Westfalen, Erkrath: Christian Lindner (FDP), Bundesminister für Finanzen, am Rande einer Verkehrskontrollaktion auf dem Rastplatz Stindertal, A3, Fahrtrichtung Köln. Lindner hat die deutsche Wirtschaft dazu aufgerufen, sich international breiter aufzustellen und weniger auf China zu fokussieren.

Gmund. Bundesfinanzminister Christian Lindner zeigt sich von seinem Durchsetzungsvermögen in der Ampel-Koalition selbst überrascht. „Ich habe an alles geglaubt in der Ampelkoalition, aber nicht, dass ich Gesetzgebung machen dürfe zur Steuersenkung. Aber das kommt“, sagte der FDP-Vorsitzende beim Ludwig-Erhard-Gipfel in Gmund am Tegernsee am Donnerstag in einem eingespielten Interview.

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Lindner, der sich gerade in Washington aufhält, wies auf die vorgesehenen degressiven Abschreibungen sowie die Erhöhungen des steuerlichen Grundfreibetrags und des Arbeitnehmerpauschbetrags hin. „Ich habe nicht gedacht in einer Ampelkoalition, dass ich als Finanzminister mehr schaffe als Steuererhöhung zu verhindern.“

Zuvor hatte Lindner die deutsche Wirtschaft dazu aufgerufen, sich international breiter aufzustellen und weniger auf China zu fokussieren. Er vergleiche nicht Russland und China, sagte der FDP-Vorsitzende mit Blick auf die im Krieg in der Ukraine schmerzhaft sichtbar gewordene Energieabhängigkeit Deutschlands von Russland. „Aber dennoch ist uns allen klar: Diese sehr starke Bilateralisierung des Verhältnisses Exportnation Deutschland und China - das ist auch nicht gesund.“

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Vielleicht sei jetzt der Moment gekommen, dass sich Deutschland technologisch neu aufstelle - „in Verbindung mit einer Diversifikation unserer Einbindung in die Welt“, sagte der Finanzminister.

Er sei nicht dafür, deutsches Engagement in China zu reduzieren, stellte er klar. „Aber ich bin sehr dafür, dass in den USA, Kanada, im Mercosur-Raum, in den Asean-Staaten Deutschland stärker seine wirtschaftlichen Chancen sucht.“ Die Politik sollte dabei als „Türöffner“ wirken.

RND/dpa

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