Eine Milliarde Euro zur Verfügung

Lauterbach verspricht Pflegebonus für Juli – und will neue Vorgaben für mehr Personal umsetzen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD, Archivbild).

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD, Archivbild).

Berlin. Der vom Bundeskabinett bereits beschlossene Bonus für Pflegekräfte soll im Sommer ausgezahlt werden. Bei einer Veranstaltung zum Tag der Pflege sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Donnerstag in Berlin, derzeit würden noch letzte Details besprochen. Dies solle in der nächsten Woche abgeschlossen werden. Der Bonus solle dann zum 1. Juli zur Verfügung stehen, sagte Lauterbach.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Insgesamt steht eine Milliarde Euro zur Verfügung. „Ich weiß, dass das nur eine kleine Anerkennung ist“, sagte Lauterbach, der in seiner Rede vor Pflegeexperten die Anstrengungen der Beschäftigten in der Corona-Pandemie würdigte. Unter erschwerten Bedingungen und teils erheblichem persönlichem Risiko hätten sie mit dafür gesorgt, dass Deutschland gut durch die Pandemie gekommen sei.

Das Geld für den Pflegebonus soll je zur Hälfte für die Fachkräfte in der Alten- und Krankenhauspflege ausgegeben werden. Besonders profitieren sollen Intensivpflegekräfte. Sie bekommen bis zu 2.500 Euro als einmaligen Bonus. Altenpflegerinnen und -pfleger in Vollzeitbeschäftigung können bis zu 550 Euro bekommen, andere Beschäftigte bis zu 370 Euro, sofern sie ein Viertel ihrer Arbeitszeit mit den Pflegebedürftigen verbringen. Auch Auszubildende, Freiwilligendienstleistende und Leiharbeitnehmer erhalten laut Kabinettsbeschluss einen Bonus.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Pflege sei eine der wichtigsten Bestandteile einer jeden humanen Gesellschaft, sagte Lauterbach zum Tag der Pflege, der an den Geburtstag der britischen Krankenschwester Florence Nightingale erinnert, einer der Begründerinnen der modernen westlichen Krankenpflege. Ohne die Pflege ginge es dort nicht menschlich zu. Er setze sich deswegen dafür ein, die Professionalisierung in der Pflege voranzubringen, ohne die Menschlichkeit zu verlieren.

Lauterbach für neue Vorgaben für mehr Pflegepersonal

Lauterbach will zudem sich bei geplanten neuen Vorgaben für mehr Pflegepersonal in Krankenhäusern möglicherweise an jüngsten Tarifregelungen orientieren. Solche Entlastungstarifverträge seien der richtige Weg, sagte Lauterbach am Donnerstag. In der Hauptstadt hatten sich Charité und Vivantes mit der Gewerkschaft Verdi vergangenes Jahr auf einen solchen Tarifvertrag mit Personalschlüsseln geeinigt, infolge dessen viele neue Pflegekräfte eingestellt werden sollen.

Empfehlung des RKI: Abschluss-Test bei verkürzter Corona-Isolation

Wer sich mit Corona infiziert hat, soll nach der vorgeschriebenen Isolation dringend einen negativen Test haben.

Konkret ging Lauterbach auf die im Koalitionsvertrag angekündigte verbindliche Personalbemessung im Krankenhaus mit der sogenannten Pflegepersonalregelung 2.0 ein. Diese müsse „vom Ende her gedacht“ werden, sagte Lauterbach. Wichtig sei, dass es am Ende auch mehr Personal gebe. Die Entlastungstarifverträge könnten dabei interessant sein.

Insgesamt müssten Pflegekräfte in ihrem Beruf gehalten und neue dazugewonnen sowie Aussteigerinnen und Aussteiger zurückgewonnen werden. Die Lohnlücke zwischen Alten- und Krankenpflege müsse geschlossen werden. Eine Spirale für höhere Löhne in der Pflege müsse in Gang gesetzt werden, so Lauterbach.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

RND/epd/dpa

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken