Zu wenig Lkw-Fahrer

Krieg in der Ukraine verschärft Personalmangel in Logistikbranche weiter

Autos und Lastkraftwagen fahren über die A 14 bei Radefeld. (Symbolbild)

Autos und Lastkraftwagen fahren über die A 14 bei Radefeld. (Symbolbild)

Berlin. Der Krieg in der Ukraine verschärft den Personalmangel in der deutschen Transportbranche, weil ukrainische Lkw-Fahrer in ihrer Heimat zum Wehrdienst einberufen werden. Der Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr und Logistik (BGL), Dirk Engelhardt, sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), 2021 hätten in rund 7 Prozent der in Deutschland eingesetzten Lkw ukrainische Fahrer hinter dem Steuer gesessen. Sie fahren den Angaben zufolge zumeist für polnische und litauische Speditionen, die im Auftrag von deutschen Unternehmen unterwegs sind. „Aufgrund des europaweit grassierenden Lkw-Fahrermangels sind diese Fahrer kurzfristig nicht zu ersetzen“, sagte Engelhardt. Allein in Deutschland fehlten insgesamt zwischen 60.000 und 80.000 Fahrer.

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Durch den zusätzlichen Fahrermangel seien die Lieferketten noch angespannter als bisher, sagte Engelhardt. So komme es bereits zu Leerstellen in den Supermarktregalen, weil nicht schnell genug neue Ware geliefert werden könne – unabhängig von den Lieferengpässen durch den Krieg in der Ukraine.

Die Branche wird aber auch durch die hohen Dieselpreise und andere wachsenden Kosten belastet. Sie stiegen schon seit dem letzten Jahr unaufhörlich, sodass der zusätzliche Preisschub durch den Krieg in der Ukraine quasi „on top“ dazukomme, so Engelhardt. „Die finanzielle Belastungsgrenze vieler Transportunternehmen ist erreicht“, sagte er. „Durch den enormen Liquiditätsabfluss droht schlicht und ergreifend eine Insolvenzwelle im deutschen Transportlogistikgewerbe – dann wäre die Versorgung von Bevölkerung und Wirtschaft ernsthaft in Gefahr“, warnte der Verbandsvertreter.

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