Ist der Kreml „zu einem Deal bereit“?

Bericht: Russland könnte Soldaten vom AKW Saporischschja abziehen – unter Bedingungen

Ein russischer Soldat steht auf dem Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja in einem Gebiet unter russischer Militärkontrolle im Südosten der Ukraine Wache (Archivbild).

Ein russischer Soldat steht auf dem Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja in einem Gebiet unter russischer Militärkontrolle im Südosten der Ukraine Wache (Archivbild).

Russland hat laut einem Medienbericht Pläne für den Abzug seiner Truppen vom Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine. Dafür erwarte Moskau im Gegenzug jedoch Sicherheitsgarantien für den Transit von Öl und Gas durch das Territorium der Ukraine, schreibt das russische Nachrichtenportal „Meduza“.

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Bereits am vergangenen Donnerstag hatte der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte berichtet, dass sich Teile der russischen Truppen aus der Region Saporischschja in der Südukraine zurückziehen würden. Zudem werde die Evakuierung des Personals der Besatzungsverwaltung vorbereitet. Laut „Meduza“ wolle Russland nicht komplett aus der Region abziehen, sei jedoch für einen Rückzug vom Gelände des größten AKW Europas bereit.

Atomkraftwerk in Saporischschja bleibt unter russischer Kontrolle

Auf ukrainischer Seite gab es zuletzt Berichte, wonach sich das russische Militär aus dem Atommeiler zurückziehen wollte.

AKW Saporischschja seit Monaten immer wieder unter Beschuss

Laut des Berichts sei der Kreml „zu einem Deal bereit“, wie das Portal aus mehreren Quellen erfahren haben will. Demnach sei „die Förderung und der Verkauf von Öl und Gas sehr wichtig für den russischen Haushalt“, zitiert das russische Exilmedium seine Quellen. Daher wolle man als Gegenwert für einen Abzug der Truppen Sicherheitsgarantien für den Transit der Energieressourcen durch ukrainisches Territorium durchsetzen. Laut Angaben von „Meduza“ wollte Kremlsprecher Dmitri Peskow solche Pläne nicht bestätigen.

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Seit Monaten kommt es infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine immer wieder zu Beschuss des Geländes des AKW Saporischschja. Moskau und Kiew machen sich dafür stets gegenseitig verantwortlich. Die Internationale Atombehörde (IAEA) hat beide Seiten dazu aufgerufen, auf Angriffe zu verzichten.

EU-Ölembargo macht „Druschba“-Leitung bald essentiell wichtig für Russland

Durch die Ukraine führen mehrere Pipelines für den Transport von Öl und Gas. Dazu gehört etwa die Erdölleitung „Druschba“ (deutsche „Freundschaft“), die zu den längsten der Welt gehört. Die „Druschba“-Pipeline versorgt außer Deutschland auch mehrere Länder Mitteleuropas mit Erdöl. Im Oktober war am nördlichen Teil der Röhre auf polnischem Boden ein Leck entdeckt worden. Sabotage wurde durch das Betreiberunternehmen Pern als Ursache ausgeschlossen. Mitte November wurde der Betrieb nach schweren russischen Angriffen auf die ukrainische Infrastruktur unterbrochen.

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Am 5. Dezember tritt das EU-Embargo gegen russisches Öl in Kraft. „Druschba“ wird damit zum wichtigsten Transportweg für russisches Öl nach Europa, da das Embargo nur die Einfuhr über den Seeweg verbietet. Über die Leitung geht derzeit gut ein Drittel aller russischen Lieferungen nach Europa. Die Ukraine, durch die die Leitung teilweise führt, erhält für den Transit über ihr Territorium Zahlungen des Betreibers Transneft.

Streit um den Gastransit durch die Ukraine

Auch über den Gastransit hatte es zuletzt Diskussionen gegeben. Der russische Energieriese Gazprom drohte mit einer weiteren Drosselung der Gaslieferungen durch die Ukraine nach Europa. Gazprom teilte mit, das für Moldau bestimmte Gas komme nicht in vollem Umfang in der ehemaligen Sowjetrepublik an. Falls das Ungleichgewicht anhalte, das beim Gastransit nach Moldau beobachtet werde, wolle Gazprom seine Lieferungen durch die Ukraine ab Montag reduzieren. Sowohl Moldau als auch die Ukraine bestritten die Angaben aus Moskau.

Russland hat im Zuge seines Krieges gegen die Ukraine bereits die meisten Erdgaslieferungen nach Europa unterbrochen. Gazprom nannte Wartungs- und Zahlungsschwierigkeiten als Grund, europäische Staats- und Regierungschefs sprachen dagegen von einer Erpressung.

RND/sic/dpa

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