Sechs Eurofighter im Einsatz

Krieg gegen die Ukraine: Lambrecht zeigt in Rumänien Flagge

Christine Lambrecht (SPD), Bundesverteidigungsministerin, hat am Mittwoch deutsche Truppen in Rumänien besucht.

Christine Lambrecht (SPD), Bundesverteidigungsministerin, hat am Mittwoch deutsche Truppen in Rumänien besucht.

Constanza. Als Verteidigungsministerin Christine Lambrecht in Constanza das Flugzeug verließ, da stand auf dem Rollfeld ein Mann mit Blumen: Es war ihr rumänischer Amtskollege Vasile Dincu. Doch damit nicht genug. Dincu hatte bei Temperaturen knapp über null Grad und leichtem Schneetreiben eine Militärkapelle mitgebracht, die er die deutsche Nationalhymne spielen ließ. Nein, beim Empfang der Sozialdemokratin aus dem knapp 2000 Kilometer entfernten Berlin ließ er es an nichts fehlen.

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Tatsächlich sind die Zeiten weitaus ernster, als es der Empfang vermuten ließ. Denn kaum mehr als hundert Kilometer nördlich von Constanza, in der Ukraine, herrscht seit einer Woche Krieg. Und weil dort Krieg herrscht, ist Lambrecht gekommen. Hier, am Schwarzen Meer, sind sechs Eurofighter der Bundeswehr stationiert – mit insgesamt 75 Soldatinnen und Soldaten. Sie sichern den Luftraum.

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Die militärische Komponente erläuterte ein Oberstleutnant vom Fliegerhorst in Neuburg an der Donau, dessen vollständiger Name aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden darf und der hier deshalb nur S. heißen soll. Der 37-Jährige, der seit zwölf Jahren für die Bundeswehr fliegt, erklärte, dass die sechs deutschen Flugzeuge mit acht italienischen Flugzeugen die Nordgrenze Rumäniens überwachen – zweimal am Tag mit jeweils zwei Flugzeugen.

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Der Auftrag laute, nicht legitimierte Flugzeuge zu identifizieren und aus dem Luftraum über Rumänien zu geleiten – wo möglich sanft, wenn nötig weniger sanft. Die Eurofighter sind voll bewaffnet.

Bisher keine Konfrontation im rumänischen Luftraum

Nein, bisher hat es hier keine Begegnungen mit russischen Flugzeugen gegeben, anders als im Baltikum, wo S. schon 2014, 2016 und 2018 im Einsatz war. „Es gibt keine Bedrohungs­lage“, sagte er. Allerdings sagte er ebenso, dass alle gehofft hatten, dass es nicht zum Krieg gegen die Ukraine kommen werde und er dann doch ausgebrochen sei. Deshalb kann auch niemand garantieren, dass der Krieg nicht noch weiter eskaliert – und zwar auf das Territorium der Nato.

Für den Fall der Fälle sind unter anderem amerikanische F16-Kampfbomber in der Nähe. „Für die Rumänen ist es wichtig, dass die Nato da ist“, heißt es bei der Bundeswehr in Constanza. Neben Deutschen, Amerikanern und Italienern sind Franzosen und Niederländer an der Schwarzmeerküste.

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Die politische Komponente des Besuches fiel Lambrecht zu. Sie ist zwar erst seit noch nicht einmal 100 Tagen Chefin der rund 180.000 deutschen Soldatinnen und Soldaten. Dennoch ist sie längst voll gefordert, war bereits zweimal im Baltikum, nun in Rumänien und hat demnächst ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro zur Verfügung, mit dem sie all jene Wünsche der Truppe erfüllen kann, die diese bisher vergeblich äußerten.

So nahm die Ministerin in Constanza die Eurofighter in Augenschein, die Oberleutnant S. und seine Kollegen fliegen. Im Zentrum stand jedoch die Begegnung mit Vasile Dincu, dem Mann mit den Blumen, mit dem sie nach ihrem Treffen eine Pressekonferenz auf dem Rollfeld gab.

Dabei bedankte sich Lambrecht zunächst für die Gastfreundschaft und betonte angesichts des Ukraine-Krieges: „Wir stehen zusammen in der Nato als Verbündete.“ Ja, sie bekräftigte: „Wir sind vorbereitet. Wir sind gut aufgestellt. Wir sind sehr entschlossen.“

Überdies stellte die Verteidigungsministerin klar, dass das Potenzial der Bundeswehr in dieser Krise keineswegs erschöpft sei. In Litauen sei das Kontingent aufgestockt worden. In der Slowakei werde die Bundeswehr demnächst ebenfalls präsent sein.

Schließlich sei denkbar, dass sie auch in Rumänien bald noch mehr tun werde als derzeit. Das hängt gewiss vom Verlauf des Krieges ab. An den russischen Präsidenten hielt die SPD-Poli­tike­rin noch eine Botschaft bereit: „Herr Putin, hören Sie auf mit der Angstmacherei.“

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Der rumänische Verteidigungsminister setzt unterdessen auf die Bundeswehr. Deutschland sei „ein sehr vertrauensvoller Partner“, sagte Vasile Dincu auf dem Rollfeld. Er wolle die Partner­schaft besonders im militärischen Sektor gerne ausweiten.

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