Russen nehmen Amerikaner in Ukraine gefangen

„Können für nichts garantieren“: Kreml will US-Soldaten für Kampf in Ukraine zur Rechenschaft ziehen

Dmitri Peskow, Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin (Archivbild)

Dmitri Peskow, Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin (Archivbild)

Moskau. Nach ihrer Gefangennahme durch russische Truppen in der Ukraine könnten zwei US-Veteranen Konsequenzen drohen. Dies deutete Kremlsprecher Dmitri Peskow in einem Interview des US-Senders NBC News an.

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Die Amerikaner, die an der Seite ukrainischer Truppen gekämpft hatten, sollten „für die Verbrechen, die sie begangen haben, zur Rechenschaft gezogen werden“, erklärte Peskow. Die beiden seien aus russischer Sicht zudem nicht durch die Genfer Konventionen als Kriegsgefangene geschützt. Die USA hatten hingegen mitgeteilt, jeder, der in der Ukraine gefangen genommen werde, sollte als Kriegsgefangener betrachtet und durch internationale Vereinbarungen geschützt sein.

Todesstrafe steht im Raum

Kremlsprecher Peskow ließ weiter offen, ob die beiden Männer von russischen Soldaten oder von prorussischen Separatisten gefangen genommen wurden. Das ist auch insofern relevant, als dass die selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk die Todesstrafe eingeführt haben, diese in Russland hingegen ausgesetzt ist.

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Auf die Frage, ob er garantieren könne, dass den beiden US-Bürgern nicht dasselbe Schicksal drohe wie drei kürzlich in Donezk zum Tode verurteilten Ausländern, sagte Peskow: „Ich kann für nichts garantieren. Das hängt von den Ermittlungen ab.“ Die Ukraine und die Vereinten Nationen hatten den Umgang der Separatisten mit den beiden Briten und dem Marokkaner heftig kritisiert. Das UN-Menschenrechtsbüro in Genf sprach von Kriegsgefangenen, die Anspruch auf Schutz hätten.

US-Veteranen stammen aus Alabama

Kürzlich hatten US-Volksvertreter erklärt, dass zwei Veteranen aus Alabama in der Ukraine vermisst würden. Sie seien ins Land gereist, um die dortige Armee im Kampf gegen die russischen Angriffstruppen zu unterstützen. Am vergangenen Freitag hatte das russische Staatsfernsehen Bilder der beiden US-Veteranen gezeigt. Einer der Männer, Alex Drueke, sprach anscheinend in einem Büro in die Kamera und sandte einen Gruß an seine Mutter. Er wolle nur sagen, dass er am Leben sei und hoffe, so bald wie möglich nach Hause zu kommen, erklärte er. Berichten einer Verwandten zufolge enthielt Druekes Aussage ein Codewort und eine Geste, die zeigt, dass es ihm gut geht.

Dem russischen Fernsehsender zufolge hatten sich die ehemaligen amerikanischen Soldaten dem russischen Militär ergeben, nachdem sie in der Region um Charkiw von ihrer Truppe getrennt worden waren.

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Peskow sagte weiter, dass die Beziehungen zum Westen langfristig beschädigt seien. „Ja, es wird eine lange Krise werden“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in einem in der Nacht zum Dienstag ausgestrahlten Interview des US-Fernsehsenders MSNBC. „Wir werden dem Westen nie wieder vertrauen.“ Russland erhebt seit Beginn seines Kriegs gegen die Ukraine immer wieder Vorwürfe gegen westliche Staaten - etwa wegen der militärischen Unterstützung für das angegriffene Land.

RND/AP/dpa

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