Katholische Kirche: Synodaler Weg beendet dritte Vollversammlung – Dreyer mahnt zu Reformen

Teilnehmer sitzen zu Beginn der Dritten Synodalversammlung der deutschen Katholiken an ihrem Platz.

Teilnehmer sitzen zu Beginn der Dritten Synodalversammlung der deutschen Katholiken an ihrem Platz.

Frankfurt/Main. Mit Diskussionen unter anderem über eine Neubewertung von Homosexualität und Sexualmoral geht an diesem Samstag die Synodalversammlung der deutschen katholischen Kirche in Frankfurt zu Ende. Sie ist das zentrale Gremium des Reformprozesses. Auf dem dreitägigen Treffen gab es erstmals verbindliche Beschlüsse.

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In den während der Versammlung diskutierten Texten ging es unter anderem um ein Ende des Pflichtzölibats, also der Ehelosigkeit katholischer Priester sowie um mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche. Alle Ämter in der Kirche sollten auch Frauen offen stehen, hieß es in einem Text, der in erster Lesung vorgestellt wurde.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat derweil als Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken angesichts der schweren Missbrauchsfälle umfassende Reformen der Kirche angemahnt. „Noch immer haben nicht alle Bistümer überhaupt eine Aufarbeitungskommission eingerichtet. Ich sehe die Kirche in der Pflicht“, sagte Dreyer der „Rheinischen Post“ (Samstag).

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Kinder und Jugendliche seien an Leib und Seele verletzt worden und litten zum Teil bis heute darunter. „Das hat die Kirche systematisch vertuscht. Das erschüttert die Grundfeste der Kirche und auch mich ganz persönlich. Es ist unerträglich“, wird Dreyer zitiert.

Die Betroffenen müssten bei der Aufarbeitung zu Beteiligten sowie anerkannt und entschädigt werden, forderte Dreyer. Die Ursachen für Missbrauch und Vertuschung müssten beseitigt und der Prozess auch politisch begleitet werden. „Zum Beispiel, indem wir die staatliche Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in ihren Befugnissen stärken“, sagte Dreyer.

Die katholische Kirche müsse einen umfassenden Kulturwandel vollziehen. Die Aufhebung des Zölibats sei schon lange eine Forderung aus der Mitte der Kirche. „Aber die Frage, wie die Kirche künftig aussieht, geht weit darüber hinaus“, sagte Dreyer. Darum gehe es beim Reformprozess Synodaler Weg.

Die Synodalversammlung zählt 230 Mitglieder: die 69 deutschen Bischöfe, 69 Vertreter des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) - die Vertretung der Laien, also der Nicht-Kleriker - und 92 Vertreter verschiedener katholischer Berufsgruppen. Sie behandelt vier Themenfelder: die Position der Frau in der Kirche, den Umgang mit Macht, die katholische Sexualmoral und die priesterliche Ehelosigkeit (Zölibat). Angestoßen wurde der Reformprozess als Reaktion auf den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche.

RND/dpa

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