Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Weichenstellung in fünf Bundesstaaten

Kandidatenkür der US-Republikaner: Rechte Aufrührer und Quacksalber an die Macht!

Will den Wahlsieg von Joe Biden nicht akzeptieren: Der ultrarechte Verschwörungsideologe Doug Mastriano (auf dem Bild links) tritt für die Republikaner als Gouverneurs-Kandidat in Pennsylvania an.

Washington. Das von Landwirtschaft und Bergbau geprägte Pennsylvania im Osten der USA gilt als „Swing State“ mit wechselnden Mehrheiten. Denkbar knapp gewann hier Donald Trump 2016 mit 40.000 Stimmen Vorsprung. Vier Jahre später lag Joe Biden mit 80.000 Stimmen vorne. Entsprechend bemühten sich die Parteien bei Regionalwahlen bislang stets, mit gemäßigten Kandidaten auch im anderen Lager zu punkten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Hillbillys Teufelspakt: die verstörende Verwandlung des einstigen Trump-Kritikers J.D. Vance

Der Autor J.D. Vance wurde weltweit als kritischer Erklärer des Trump-Erfolgs im amerikanischen Rostgürtel gelesen. Nun drängt der 37-Jährige mit rechtsnationalen Parolen selbst in den Senat.

Doch wenn im November der neue Gouverneur des Bundesstaats mit der Einwohnerzahl Bayerns gewählt wird, treten die Republikaner mit einem ultrarechten Verschwörungsideologen und christlichen Fundamentalisten an. Doug Mastriano hat sich nicht nur einen Namen als Corona-Leugner gemacht. Er organisierte Busse zur gewaltsamen Kapitolsdemonstration am 6. Januar 2021, nahm selbst an dem Aufruhr teil und erklärte, er würde den Wahlsieg von Biden nicht zertifizieren. Der Ex-Oberst will das Waffenrecht lockern, das Wahlrecht einschränken und die Abtreibung verbieten.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, Inc., der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Ein großartiger Abend“, freute sich Trump

Bei den parteiinternen Primaries am Dienstag sicherte sich der Mann, der den rechten Gouverneur von Florida, Ron de Santis, „wie einen Amateur“ aussehen lassen will, mit einem Erdrutschsieg die Nominierung. „Ein großartiger Abend für Doug Mastriano“, freute sich Ex-Präsident Donald Trump. Auch anderswo bestätigen die Vorwahlen in fünf US-Bundesstaaten, die als Stimmungstest vor den Midterm-Wahlen im November angesehen werden, den Rechtsruck der Republikaner. In North Carolina sicherte sich der von Trump unterstützte Kongressabgeordnete Ted Budd, der behauptete, die Präsidentschaftswahl sei von dem jüdischen Milliardär George Soros manipuliert worden, die Nominierung für einen Senatssitz. Der ebenfalls von Trump unterstützte TV-Quacksalber Dr. Mehmet Oz holte in Pennsylvania trotz starker Konkurrenz mehr als 30 Prozent der Stimmen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, Inc., der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Noch ist nicht klar, ob der schillernde „Dr. Oz“, der für umstrittene Schlankmacher warb, das wirkungslose Mittel Hydroxychloroquin gegen Covid empfahl und vor Brustkrebs durch Mobiltelefone warnte, tatsächlich die Senatskandidatur gewonnen hat. Bei Redaktionsschluss lag er knapp vor dem eher traditionellen Republikaner David McCormick. Wahrscheinlich werden die Stimmen noch einmal ausgezählt werden müssen. Doch dass der von Trump heftig unterstützte Fernseh-Arzt nicht klarer gewann, lag vor allem daran, dass ihm eine noch extremere rechtsradikale Wettbewerberin Stimmen wegnahm.

Sex- und Drogenorgien in Washington?

Eine Niederlage freilich musste der Ex-Präsident einstecken: Der von ihm unterstützte Skandalabgeordnete Madison Cawthorn verfehlte in North Carolina die Nominierung für einen republikanischen Senatssitz. Das lag freilich nicht an den ultrarechten Positionen des 27-Jährigen, sondern an seinem bizarren Lebenswandel: Der im Rollstuhl sitzende Shootingstar der Trumpianer war nicht nur ohne Führerschein Auto gefahren und hatte versucht, mit einem Gewehr in ein Flugzeug zu steigen. Vor allem berichtete er von Sex- und Drogenorgien seiner Parteifreunde in Washington. Als dann Videos auftauchten, die ihn bei sexuellen Handlungen mit einem anderen Mann zeigen, war das für einige konservative Wähler offenbar doch etwas zu viel.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Offenbar führt der radikale Rechtsruck der Republikaner zu einer Polarisierung auch bei den Demokraten. So war in Pennsylvania lange Zeit der moderate 37-jährige Ex-Elitesoldat und Parlamentsabgeordnete Conor Lamb als Hoffnungsträger der Demokraten gefeiert worden. Die Nominierung für den Senat holte aber mit 30 Punkten Vorsprung der linke Vize-Gouverneur John Fetterman, der bei Kundgebungen demonstrativ in kurzen Basketball-Hosen und Hoodie auftritt und sich als Anwalt der Arbeiterschafft präsentiert.

Laden Sie sich jetzt hier kostenfrei unsere neue RND-App für Android und iOS herunter

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.