Trotz Wegfalls der Maskenpflicht

„Infektionsrisiko selten höher gewesen als jetzt“: Lauterbach rät zum Maskentragen

Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, besucht das Berliner Ankunftszentrum für Flüchtlinge aus der Ukraine am ehemaligen Flughafen Tegel (Archivbild).

Berlin. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) empfiehlt trotz des Wegfalls der meisten Corona-Beschränkungen weiter Masken in Innenräumen zu tragen. Er werde dies etwa beim Einkaufen tun, „das rate ich auch jedem Bürger“, sagte der SPD-Politiker im „Interview der Woche“ des Deutschlandfunks.

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„Das Risiko, sich zu infizieren, ist selten höher gewesen als jetzt“, machte der Minister deutlich. Aus medizinischer und epidemiologischer Sicht hätte er eine Maskenpflicht und andere Schutzregeln für richtig gehalten, rechtlich sei es deutschlandweit aber nicht mehr möglich gewesen.

Nach dem geänderten Infektionsschutzgesetz fallen am Sonntag in weiten Teilen Deutschlands die meisten staatlichen Auflagen weg. Angeordnet werden können in fast allen Bundesländern nur noch wenige allgemeine Vorgaben zu Masken etwa in Praxen, Pflegeheimen, Kliniken, Bussen und Bahnen sowie zu Tests etwa in Schulen.

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Lauterbach über Corona-Todeszahlen: „Das ist ein Flugzeugabsturz jeden Tag“

Weitergehende Auflagen gelten nur noch in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg. Beide Länder nutzen als vorerst einzige die sogenannte Hotspot-Regel. Sie erlaubt zusätzliche Vorgaben, wenn das Landesparlament eine regional drohende kritische Lage für die Kliniken feststellt. Unabhängig von staatlichen Regeln können Firmen, Geschäfte und andere Einrichtungen nach Hausrecht weiterhin Vorgaben wie Maskenpflichten beibehalten.

Lauterbach erwartet weiter sinkende Fallzahlen bei den Corona-Neuinfektionen, insbesondere nach Ostern. Dennoch gebe es 200 bis 300 Menschen, die täglich im Zusammenhang mit Corona sterben. „Das ist nicht akzeptabel. Das ist ein Flugzeugabsturz jeden Tag“, sagte der Minister.

Lauterbach setzt zudem darauf, dass es eine allgemeine Impfpflicht geben wird. „Ich glaube, wir werden am Donnerstag einen Antrag zur allgemeinen Impfpflicht durchbringen“, sagte der Minister mit Blick auf die fraktionsoffenen Entscheidung im Bundestag. Auf dem Tisch liegen etwa Anträge über eine allgemeine Impfpflicht ab 18 und ab 50 Jahren. Lauterbach verwies auf die weiter laufenden Verhandlungen und sagte, sollte es einen Antrag geben, der das Beste aus beiden vereint, wäre das ein Erfolg. „Es wird bis zur letzten Stunde darum gerungen“, sagte der SPD-Politiker.

RND/dpa

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