Fachkräftestrategie im Kabinett

In welchen Berufen es die größten Engpässe gibt

Ein Bauarbeiter setzt in Potsdam Pflastersteine.

Ein Bauarbeiter setzt in Potsdam Pflastersteine.

Mit einem Bündel aus Gesetzen und Maßnahmen will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) Betriebe bei der Gewinnung von Fachkräften unterstützen. Die Fachkräftestrategie soll am Mittwoch Thema im Kabinett sein. Neueste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen nun, wo die Not besonders groß ist: Pflasterer und Steinsetzer, Leitungsinstallateure und Facharbeiter im Tiefbau – in diesen drei Berufen ist der Personalmangel am gravierendsten.

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Zwar waren im September insgesamt nur 2700 offene Stellen in diesen Jobs gemeldet. Doch die Arbeitsagentur blickt in ihrer Engpassanalyse nicht nur auf die absolute Stellenzahl, sondern zieht weitere Kriterien für das Ranking heran, darunter: Wie lange dauert es im Schnitt, eine ausgeschriebene Stelle zu besetzen? Wie viele Arbeitssuchende kommen auf die Stellen? Wie entwickeln sich die Löhne?

Sieben Monate Suche für neue Fachkraft im Pflegebereich

Sehr viel mehr Fachkräfte werden – wenig überraschend – in den Pflegeberufen gesucht. Knapp 25.000 offene Stellen vermeldete die Arbeitsagentur für den September. Darunter fallen Fachkräfte in der Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege. Durchschnittlich rund sieben Monate benötigen Arbeitgeber, um eine Stelle in diesen Bereichen zu besetzen.

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Im Ranking steht die Berufsgruppe an vierter Stelle, punktgleich mit weiteren Jobs: Neben Podologen sind auch Fachkräfte im Sanitär-, Heizungs- und Klimabau sowie im Brunnenbau Mangelware. Die Analyse zeigt, dass es besonders in der Baubranche zu wenige Fachkräfte gibt: Jobs im Tunnel- und Kanalbau, Rohrleitungsbau, Gleisbau, Fassadenbau, in der Kältetechnik und Baustoffherstellung stehen weit oben im Mangelranking. 208 Tage dauert es im Schnitt, um eine Fachkraftstelle im Tiefbau zu besetzen.

Auch Fachkräfte in der operations- und medizinisch-technischen Assistenz sind heiß begehrt. Insgesamt zählt die Bundesagentur derzeit 72 Berufe, in denen es einen Fachkräfteengpass gibt. Dazu kommen 41 Berufe, in denen es einen Mangel an sogenannten Spezialisten gibt und 35 mit Expertenengpass.

Mehr Werbung an Schulen

Die Pläne von Arbeitsminister Heil sehen unter anderem vor, dass Schulen gezielt für die Ausbildung werben und Betriebe ihre Mitarbeiter weiterbilden sollen. Außerdem möchte Heil die Erwerbsbeteiligung erhöhen, vor allem durch mehr berufstätige Frauen. Ebenso nimmt er die Einwanderung in den Blick: Die Strategie soll hier bürokratische Hürden für qualifizierte Arbeitskräfte abbauen und gleichzeitig verhindern, dass Fachkräfte abwandern. Teil der Strategie sollen eine Ausbildungsgarantie, ein Qualifizierungsgeld und eine Bildungszeit für Arbeitnehmer sein.

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Für die frühere Bundesarbeitsministerin war es die erste monatliche Arbeitsmarktbilanz, die sie nach ihrem Amtsantritt als BA-Chefin vorstellt.

Das Konzept stößt beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) auf Kritik. Es fehle der Kompass beim Thema Fachkräfte, sagte Verbandspräsident Hans Peter Wollseifer. Er begrüßte zwar, dass die Politik das Thema in den Blick nehme. „Wichtig ist jedoch, dass eine Fachkräftestrategie eben nicht eine bloße Sammlung von Einzelprojekten ist“, forderte er. Bisher fehle aber dieser strategische Ansatz, beklagte der Verbandschef.

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