Demonstrationen in 300 deutschen Städten

Globaler Klimastreik: Mittelstand warnt vor überzogenen Forderungen

Demonstrationszug von Fridays For Future in München Anfang März.

Demonstrationszug von Fridays For Future in München Anfang März.

Berlin. Der zehnte globale Klimastreik der Bewegung Fridays For Future (FFF) an diesem Freitag wird weltweit, aber vor allem in Europa vom Krieg gegen die Ukraine überschattet. Die Abhängigkeit von Russlands fossilen Energieträgern leistet den Argumenten der Klimaaktivisten Vorschub, sich schneller davon zu lösen. Allerdings steigt auch die Furcht in der Bevölkerung vor Energieknappheit und steigenden Preisen.

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In Deutschland unterstützt ein breites Bündnis von Naturschutzverbänden bis zu sozialen Bewegungen den Streikaufruf von FFF. Sie fordern einen beschleunigten Ausstieg aus den fossilen Energien, ein sofortiges Investitionsprogramm für Erneuerbare Energie- und Wärmeerzeugung sowie sozial gerechte Entlastungen. Ein Zurück zu Kohle- oder Atomstrom würde die Klimakrise immens verschärfen und die Energiewende torpedieren. Der Einsatz für Klimaschutz könne nicht auf friedliche Zeiten warten.

Greenpeace-Protest gegen Gasimporte aus Russland

Greenpeace fordert einen „schnellstmöglichen“ Importstopp von russischem Gas und setzt Zeichen an Rohrleitungen von Nord Stream 1.

An 300 Orten in Deutschland soll am Freitag für mehr Klimaschutz demonstriert werden, weltweit sind 1000 Aktionen in 85 Ländern geplant. In Berlin werden der ukrainische Klimaschutzaktivist Ilyess El Kortbi (25) und Arshak Makichyan (27) von Fridays For Future Russland sprechen. Die deutsche Aktivistin Luisa Neubauer (25) sagte, es sei falsch, Milliardenpakete für Sicherheitspolitik zu schnüren sowie fragwürdige neue Energieversorgungsdeals einzugehen. Stattdessen solle die Energiewende entschiedener vorangetrieben werden.

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Die Wirtschaft reagiert mit gemischten Gefühlen auf die Forderungen auf den Straßen. „Unsere Unternehmen haben gerade alle Hände voll zu tun, ihre Energieversorgung und damit ihre Produktion in Bewegung zu halten“, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Markus Jerger, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Durch die einseitige Fokussierung auf den Atom- und Kohleausstieg wird ein wichtiger Aspekt der Debatte leider völlig ausgeblendet: Ohne Versorgungssicherheit wird es keine Transformation geben – oder keine Industrieunternehmen mehr für eine Transformation.“

Jerger fordert eine umfassende Gesamtstrategie, die die Reduktion von Abhängigkeiten, den beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren und eine dauerhafte Gewährleistung der Versorgungssicherheit in seiner Gesamtheit betrachtet. „Wir brauchen keine neue Energiewende, aber einen angepassten Zeitplan. Nur so werden wir auch die schnellstmögliche Entkoppelung von fossilen Energieträgern sicherstellen können.“

Dankbar können die FFF-Aktivisten der Sängerin Ronja Maltzahn sein. Sie war am Mittwoch von der Ortsgruppe Hannover als für den Klimastreik gebuchte Musikerin ausgeladen worden, weil sie als weiße Person Dreadlocks trägt. Dies sei eine „Form der kulturellen Aneignung“, die schwarzen Menschen Unrecht tue.

In einer Videobotschaft erklärte Maltzahn, dass sie die Werte von Fridays for Future teile. Sie wünsche nicht, dass die Organisation nach dem Vorfall in Hannover schlecht gemacht werde und Opfer eines Shitstorms werde.

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