Sorge wegen Energiekrise

Gasmangel: Bildungsministerin warnt vor Unterrichtsausfall, BDI vor Produktionseinbrüchen

Bettina Stark-Watzinger, Bundesministerin für Bildung und Forschung (Archivbild)

Bettina Stark-Watzinger, Bundesministerin für Bildung und Forschung (Archivbild)

Berlin. Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger hat davor gewarnt, wegen Engpässen bei der Gasversorgung Unterricht einzuschränken. Gleichzeitig mahnt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dass ein Gasmangel zu Produktionseinbrüchen führen könnte.

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„Ich habe mich schon in der Pandemie dafür stark gemacht, Bildungseinrichtungen zur kritischen Infrastruktur zu zählen“, sagte die FDP-Politikerin der „Rheinischen Post“ (Freitag). „Auch jetzt sollte ein besonderes Augenmerk auf sie gelegt werden, damit es möglichst nicht zu Unterrichtseinschränkungen oder gar Unterrichtsausfall kommt“, sagte die Ministerin. Das sei die Lehre aus den pandemiebedingten Schulschließungen.

Energiesparpotenziale sollten aber natürlich genutzt werden. Das sei ohnehin schon in vielen Schulen und Universitäten ein Thema, betonte die Ministerin. Auch die Chefin der Bildungsgewerkschaft GEW, Maike Finnern, sagte der Zeitung, viele Schulen gingen längst nachhaltig und verantwortungsvoll mit Energie um. Allerdings seien viele Schulen auch marode, nicht energieeffizient gebaut, Heizungen müssten modernisiert werden.

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BDI warnt vor Produktionseinbrüchen

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnt unterdessen vor Produktionseinbrüchen als Folge von Gasmangel. „Politik und Wirtschaft müssen die Sommermonate zwingend nutzen, um Gas zu sparen und die Speicher vor der anstehenden Heizsaison zu füllen“, sagte BDI-Präsident Siegfried Russwurm der Deutschen Presse-Agentur. „Es droht sonst ein gravierender Gasmangel mit Produktionseinbrüchen in der Industrie. In der angespannten Lage zählt jeder gewonnene Tag und jeder eingesparte Kubikmeter Gas.“

Die Entscheidung des Bundestags, nun Kohlekraftwerke vorübergehend aus der Reserve zu holen, komme spät, aber sei richtig, sagte Russwurm. Das Gesetz müsse nun schnellstmöglich umgesetzt werden. Auch die staatliche Unterstützung für Energieversorger sei richtig. „Die Bundesregierung hat den Ernst der Lage bei der Gasversorgung erkannt“, lobte Russwurm. „Bei der konkreten Krisenvorsorge erwartet die Industrie deutlich mehr Tempo von Politik und Verwaltung in Bund, Ländern und Kommunen als bisher.“

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Russwurm bemängelte, langwierige Genehmigungsverfahren verhinderten für Unternehmen die Umstellung von Erdgas auf andere Energieträge wie Flüssiggas oder Heizöl - obwohl viele Unternehmen wechseln wollten. „Die Bundesregierung sollte dringend die Genehmigungen für Umrüstungen vereinfachen und beschleunigen, etwa durch einen Umstieg von der Genehmigungs- zur Anzeigepflicht.“

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Der BDI-Präsident brachte auch einen marktbasierten Anreiz für Gaseinsparungen in der Wirtschaft ins Ziel. Dies sei nötig, um die Mehrkosten für den Ersatz des Gases auszugleichen. „Unternehmen sollten Teile des ihnen zustehenden Gases gegen einen Auktionserlös für die Speicherung freigeben können.“

RND/dpa

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