Gabriel warnt vor neuem Krieg im Nahen Osten

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (r, SPD) neben dem katarischen Außenminister Scheich Mohammed Al-Thani.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (r, SPD) neben dem katarischen Außenminister Scheich Mohammed Al-Thani.

Frankfurt. Gabriel sagte in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", dass die Isolation des Emirats Katar durch andere Staaten in einem Krieg eskalieren könne.

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Mehrere arabische Staaten hatten Anfang der Woche ihre diplomatischen Beziehungen zu dem Wüsten-Emirat Katar abgebrochen, den Luftverkehr gestoppt und die Grenzen geschlossen.

Katars Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani hatte am Freitag nach einem Treffen mit Gabriel in Wolfenbüttel erklärt, sein Land halte Diplomatie für den besten Weg zur Lösung der Krise. Gabriel hatte da schon vor einer Verschärfung des Konflikts gewarnt und zu Gesprächen aufgerufen. „Wir sind der festen Überzeugung, dass jetzt die Stunde der Diplomatie ist“, erklärte der SPD-Politiker.

Aus Washington kamen unterdessen widersprüchliche Signale. Während US-Präsident Donald Trump dem Land am Freitag (Ortszeit) erneut vorwarf, Terrorismus „auf sehr hoher Ebene“ zu finanzieren, hatte sein Außenminister Rex Tillerson kurz zuvor andere arabische Länder zum Kompromiss aufgefordert. Sie müssten das Embargo gegen Katar lockern, forderte er. Russland bot am Samstag seine Vermittlung an.

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Die arabischen Staaten sahen sich durch die Aussagen von Trump gleichwohl in ihrer harten Haltung bestätigt. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain begrüßten die Aussage Trumps, der Katar vorwarf, ein langjähriger Unterstützer von Terrorismus zu sein.

Russland hat am Sonnabend seine Hilfe für die Beendigung der diplomatischen Krise um Katar zugesagt. „Wir werden versuchen, alles zu tun, was Russland mit der Zustimmung und im Interesse der beteiligten Parteien unternehmen kann“, sagte Außenminister Sergej Lawrow nach einem Gespräch mit seinem katarischen Kollegen Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani. Russland halte Kontakt zu den meisten Beteiligten.

Die deutsche Bundeskanzlerin will sich in dem Disput zurückhalten: Deutschland habe in dem Konflikt keine Vermittlerrolle, sagte Merkel am Freitagabend (Ortszeit) bei einem Besuch in Mexiko-Stadt. „Aber wir werden aus unserem deutschen Interesse heraus darauf achten, dass in der Region die Balancen gehalten werden.“ Die Situation sei beunruhigend, sagte die Kanzlerin. Und eine politische Lösung von Konflikten werde nicht gelingen, „wenn bestimmte Akteure dort überhaupt nicht mehr ins Gespräch einbezogen werden“.

Von RND/kha/dpa/AP

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