Friedrich Merz: „Ein zum Teil bösartig verpasstes Image“

Friedrich Merz (M.) in der ARD-Sendung „Farbe bekennen“ mit den Moderatoren Matthias Deiß und Tina Hassel.

Friedrich Merz (M.) in der ARD-Sendung „Farbe bekennen“ mit den Moderatoren Matthias Deiß und Tina Hassel.

Friedrich Merz will die CDU zur „modernsten Volkspartei Europas“ machen. Diesen Anspruch stelle er an sich selbst, sagte der designierte CDU-Chef am Freitagabend in der ARD-Sendung „Farbe bekennen“. Aussagen, er sei ein Mann der 90er, der für die Politik der Bonner Republik stehe, widersprach Merz: „Das ist ein mir zum Teil auch bösartig verpasstes Image, das zu meiner Lebenseinstellung, auch zu meiner politischen Einstellung, überhaupt nicht passt. Und das werde ich auch in den nächsten Jahren zeigen.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Union stelle sich nun in der Opposition neu auf, dabei gelte der Anspruch: „Der Parteivorsitzende der CDU muss immer und grundsätzlich in der Lage sein, das Amt des Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland auszuüben. Aber die Entscheidung darüber steht jetzt nicht an.“ Der neue Bundesvorstand der CDU werde für zwei Jahre gewählt. „Und ich vermute mal, auch in dieser Zeit wird die Frage der Kanzlerkandidatur für die Union nicht gestellt.“ Es gelte, die Union zudem überhaupt erst einmal wieder in die Nähe zu führen, sie realistischerweise beantworten zu können.

Mit Blick auf den Machtkampf um die Kanzlerkandidatur zwischen CSU-Chef Markus Söder und dem scheidenden CDU-Chef Armin Laschet sagte Merz: „Ich möchte sicherstellen, dass sich so etwas, was wir in diesem Jahr erlebt haben, nie wiederholt.“ CDU und CSU müssten früher und besser miteinander reden, auch über das Verfahren.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Corona-Impfpflicht „ein großes Fragezeichen“

Auch junge Wählerinnen und Wähler will Merz ansprechen, er stehe „für einen neuen Generationenvertrag in dieser Gesellschaft. Wir werden die Frage beantworten müssen, wie wir uns denn die sozialen Sicherungssysteme vorstellen in Zeiten des demografischen Wandels.“ Seine Erfahrung der letzten drei Jahre sei, dass für die junge Generation nach Umweltschutz und Klima das zweite Thema die soziale Sicherheit, insbesondere die Altersversorgung, sei. „Und da müssen wir ein gutes Angebot machen“, so Merz.

Zur Frage einer allgemeinen Corona-Impfpflicht machte Merz deutlich, dass er „ein großes Fragezeichen“ bei der Durchsetzbarkeit sehe, da es kein nationales Impfregister gebe. Gegenüber radikalisierten Corona-Leugnern forderte Merz ein konsequentes Vorgehen: „Die reden gegen diesen Staat, die demonstrieren gewalttätig gegen diesen Staat und ihre Institutionen. Da muss der Rechtsstaat wirklich alle Zähne zeigen, die er hat, und zwar bitte schnell.“ Wenn dafür gesetzliche Grundlagen weiter verbessert werden müssten, werde die CDU dem zustimmen.

Merz hatte die CDU-Mitgliederbefragung mit 62,1 Prozent klar für sich entschieden. Offiziell soll ihn ein digitaler Parteitag am 21. und 22. Januar zum Nachfolger Laschets wählen.

RND/seb/dpa

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken