Institute for Economics and Peace

Friedens-Analyse: Weltweit mehr Krieg und politische Instabilität

Russische Soldaten patrouillieren auf dem Gelände des Metallurgischen Kombinats Azovstal, das von der Regierung der Volksrepublik Donezk kontrolliert wird. Friedens-Forschern zufolge ist die Zahl der weltweiten Konflikte gestiegen.

Russische Soldaten patrouillieren auf dem Gelände des Metallurgischen Kombinats Azovstal, das von der Regierung der Volksrepublik Donezk kontrolliert wird. Friedens-Forschern zufolge ist die Zahl der weltweiten Konflikte gestiegen.

London. Die Welt ist einer aktuellen Analyse zufolge im vergangenen Jahr erneut zu einem weniger friedlichen Ort geworden. Im Durchschnitt sei das Friedensniveau im Jahresvergleich 2021 um 0,3 Prozent zurückgegangen, schreiben die Experten der Denkfabrik Institute for Economics and Peace in ihrem am Mittwoch veröffentlichten jährlichen Bericht.

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Es ist bereits das elfte Mal in den vergangenen 14 Jahren, seit der Friedensindex veröffentlicht wird, dass sich die Situation verschlechtert hat. Für ihre Analyse werten die Forscher offizielle Daten und Informationen zu mehr als 20 Indikatoren aus - wie etwa Statistiken zu Todesfällen, Demonstrationen und Militärausgaben.

Der russische Einmarsch in die Ukraine hat auf die weltweite Friedenssituation einen erheblichen Einfluss. So haben etwa die Todesfälle durch externe Konflikte deutlich zugenommen. Außerdem gehören sowohl die Ukraine als auch Russland zu den fünf Ländern, in denen sich die Friedenssituation im Jahresvergleich am drastischsten verschlechtert hat. In Nachbarländern Russlands wie Finnland oder den baltischen Ländern haben unterdessen die nachbarschaftlichen Beziehungen deutlich gelitten.

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Krieg verschlechtert Lebensbedingungen

Auch indirekt verschlechtert der Krieg in der Ukraine die Lebensbedingungen von Millionen von Menschen. So führe der dadurch mitverursachte Anstieg der Preise dazu, dass die weltweite Ernährungssicherheit und damit auch die politische Stabilität abnehme. Hierbei seien vor allem Afrika, Südasien und der Nahe Osten bedroht, schreiben die Autoren.

„Wir erleben nun Engpässe in den Lieferketten, eine steigende Inflation und Lebensmittelknappheit, die sich durch die tragischen Ereignisse in der Ukraine verstärkt haben“, sagte Steve Killelea, der Chef und Gründer der Denkfabrik, einer Mitteilung zufolge. „Die politischen und wirtschaftlichen Folgen werden noch Jahre nachhallen.“ Killelea betonte außerdem, es sei notwendig, die durch Gewalt verursachten wirtschaftlichen Kosten zu verringern. Diese haben der Auswertung zufolge im vergangenen Jahr ein Rekordniveau erreicht und lagen bei 16,5 Billionen US-Dollar (rund 15,8 Billionen Euro), was knapp elf Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts entspricht.

Island bleibt in der Statistik das friedlichste Land der Welt - ein Spitzenplatz, den die Insel bereits seit Beginn der Auswertung im Jahr 2008 innehat. Afghanistan belegt bereits zum fünften Mal infolge den letzten Platz. Auch Syrien, der Jemen und der Südsudan gehören zu den Schlusslichtern.

RND/dpa

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