Frankfurter Börse

Frauen in Führungspositionen: Zuwachs nur in den größten Unternehmen

In großen DAX-Unternehmen steigt der Frauenanteil in Führungspositionen leicht, während die Chefetagen mittelständischer Unternehmen weiterhin größtenteils aus Männern bestehen.

In großen DAX-Unternehmen steigt der Frauenanteil in Führungspositionen leicht, während die Chefetagen mittelständischer Unternehmen weiterhin größtenteils aus Männern bestehen.

Berlin. Mehr als die Hälfte der 160 Unternehmen in Dax, MDax und SDax hat noch immer keine einzige Frau auf der obersten Managementebene. Das ist das Ergebnis einer Auswertung der deutsch-schwedische Allbright-Stiftung, die sich für mehr Frauen und Diversität in den Führungspositionen der Wirtschaft einsetzt. Sie untersuchte, inwiefern Börsenunternehmen einen gleichmäßigen Frauen- und Männeranteil in Vorstandspositionen aufweisen.

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In DAX-Vorständen wächst der Frauenanteil leicht

Der Frauenanteil in den Chefetagen steigt insgesamt leicht. Das liegt laut der Allbright-Stiftung vor allem an einigen wenigen großen Unternehmen, die mehr Frau in ihre Vorstände berufen haben. Im September 2022 hatten demnach erstmals drei große Unternehmen ein ausgewogenes Verhältnis von Männern und Frauen im Vorstand: Continental, Fresenius Medical Care und Siemens Healthineers. Die Unternehmen Beiersdorf, die Deutsche Telekom und Mercedes Benz sind mit einem Frauenanteil von 40 Prozent nicht weit davon entfernt.

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Dadurch stieg der Frauenanteil in den Vorständen der 160 untersuchten Unternehmen im vergangenen Jahr leicht an – und zwar um 0,8 Prozentpunkte. Am 1. September 2022 lag er bei 14,2 Prozent.

Bei MDAX und SDAX-Unternehmen stagniert der Frauenanteil

Betrachtet man die erste Börsenliga DAX allein, steig der Frauenanteil in Führungspositionen um 2,8 Prozentpunkte auf 20,2 Prozent. Im MDAX dagegen – einem Aktienindex, der auf den DAX folgt und 50 mittelgroße Aktiengesellschaften umfasst – stagniert der Frauenanteil in den Vorständen bei 11,3 Prozent. Im SDAX hingegen, dem auf den MDAX folgenden Aktienindex mit weiteren 70 Unternehmen, liegt der Frauenanteil in Chefetagen sogar nur bei 10,4 Prozent.

Diesen Unternehmen ist es laut der Allbright-Stiftung im vergangenen Jahr häufig nicht gelungen, abtretende Chefinnen durch neue Frauen zu ersetzen. „Für die vielen mittleren und kleineren Unternehmen, die noch immer keine einzige Frau im Vorstand haben, wird es immer schwieriger“, sagen die Geschäftsführer der Allbright-Stiftung Wiebke Ankersen und Christian Berg. Grund dafür sei der Trend, dass Topmanagerinnen bevorzugt Unternehmen wählen, in denen es schon Frauen im Vorstandsteam gibt. Dieses Phänomen habe sich auch dieses Jahr erneut bestätigt.

„Vielen ist bewusst geworden, dass mehr Zeit für sich und andere wichtiger ist als mehr Geld“: Hannes Zacher, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie am Wilhelm-Wundt-Institut für Psychologie, Universität Leipzig.

Experte: Vier-Tage-Woche kann Burnout verhindern

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Deutschland hinter USA oder Schweden

Ein Blick ins Ausland zeigt: Deutsche Unternehmen schneiden mit ihrem Frauenanteil in Führungspositionen laut der Stiftung schlechter ab als andere westliche Staaten wie Schweden oder die USA. Vergleicht man die jeweils 40 größten Börsenunternehmen untereinander, weisen die USA einen Anteil von 31 Prozent auf, in Großbritannien liegt er bei 27,9 Prozent und in Schweden bei 26,5 Prozent. Deutschland liegt mit seinen 20,2 Prozent allerdings noch vor Polen, wo es nach Angaben der Allbright-Stiftung 16,1 Prozent Frauen in Vorstandspositionen gibt.

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