Viele Urlauber wollen nach Hause

Russische Touristen verlassen Krim: Berichte über panikartige Zustände

Rauch über dem Dorf Novofedorovka auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim.

Rauch über dem Dorf Novofedorovka auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim.

Die Explosionen auf russischen Militärstützpunkten auf der Krim setzen Russland erheblich unter Druck. Am Mittwoch wechselte der Kreml den Chef der Schwarzmeer-Flotte aus. Zum neuen Kommandeur sei Viktor Sokolow ernannt worden, berichtet die Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf Insider.

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Vor über einer Woche waren mehrere Flugzeuge bei einer Explosion auf einem Luftwaffenstützpunkt auf der 2014 annektierten Halbinsel zerstört worden. Am Dienstag kam es nach russischen Angaben zu einer Explosion in einem Munitionsdepot.

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In den sozialen Medien gepostete Videos zeigten dicke Rauchsäulen, die über lodernden Flammen in Maiskoje aufstiegen, und eine Reihe von Explosionen waren zu hören. Das russische Verteidigungsministerium sagte, ein Kraftwerk, elektrische Leitungen, Eisenbahnschienen und Wohnhäuser seien beschädigt worden.

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Wir kamen heraus, um nachzusehen, und sahen Rauchwolken aus dem Kuhstall.

Maksim Moldovskiy, Anwohner

„Wir kamen heraus, um nachzusehen, und sahen Rauchwolken aus dem Kuhstall, in dem sich die Militärlager befinden“, sagte der Anwohner Maksim Moldovskiy. „Wir blieben dort bis etwa 7, 8 Uhr morgens. Alles explodierte – Blitze, Splitter, Trümmer, die auf uns fielen. Dann kamen die Rettungskräfte und sagten, sie würden alle evakuieren.“

Die Krim ist ein beliebtes Sommerziel für russische Touristinnen und Touristen, die jüngsten Explosionen führten dazu, dass Tausende spontan die Krim verließen. In ganz Russland sind noch bis Ende August Sommerferien. Videos in sozialen Netzwerken zeigen, dass seit Tagen viele russische Feriengäste die Halbinsel verlassen und es Staus vor der Brücke von Kertsch gibt.

Die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti meldete für Montag einen Rekord von 38.300 Fahrzeugen auf der Brücke – allerdings in beide Richtungen. Am Bahnhof der Krim-Hauptstadt Simferopol versuchten am Dienstag viele Touristinnen und Touristen, eine Zugfahrkarte zu ergattern.

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Ein Video, das unter anderem von Anton Geraschtschenko, Berater des ukrainischen Innenministers, geteilt wurde, zeigt eine Frau, die wegen des abrupten Endes ihres Urlaubs in Tränen ausbricht. „Ich will die Krim nicht verlassen“, sagt sie. Es sei so schön auf der Halbinsel. „Wir hatten uns bereits daran gewöhnt, hier zu leben. Es fühlt sich wie zu Hause an“, spricht die weinende Frau in die Kamera. Zudem zeigt das Video einen offenbar kilometerlangen Stau.

100 Kilometer Stau – die Menschen wollen die Krim verlassen.

Anton Geraschtschenko, Berater des ukrainischen Innenministers

Dazu schreibt Geraschtschenko: „100 Kilometer Stau – die Menschen wollen die Krim verlassen.“ Angesichts der Szene mit der weinenden Russin fragt der Ministerberater außerdem seine Follower auf Twitter: „Glauben Sie, dass die Russen endlich beginnen werden zu verstehen, dass es wirklich ein Krieg ist?“

Präsidentenberater erklärt Brücke zum legitimen Ziel

Die neue, 19 Kilometer lange Brücke, die die Krim mit dem russischen Festland verbindet, wurde erst im Mai 2018 offiziell eröffnet.

Die neue, 19 Kilometer lange Brücke, die die Krim mit dem russischen Festland verbindet, wurde erst im Mai 2018 offiziell eröffnet.

Falls dem nicht so ist, so sorgte Kiew für unmissverständliche Klarheit: Präsidentenberater Mychajlo Podoljak deutete am Mittwoch an, dass man die Krimbrücke, die die besetzte Halbinsel mit dem russischen Festland verbindet, als legitimes militärisches Ziel sehe. „Es ist ein illegaler Bau und das Haupttor zur Versorgung der russischen Armee auf der Krim. Solche Objekte sollten zerstört werden“, sagt Podoljak dem britischen „Guardian“.

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In der Nacht zu Mittwoch forderte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Bevölkerung auf der Krim auf, sich von russischen Militärstützpunkten und Munitionslagern fernzuhalten. Und Berater Podoljak stellte auf Twitter klar: „Auf der von Russen besetzten Krim geht es nicht um das Reiseziel, sondern um Lagerhausexplosionen und ein hohes Todesrisiko für Eindringlinge und Diebe.“

RND/dpa/AP/stu

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