Nach Kritik an SPD

Esken und Klingbeil treffen Ukraine-Botschafter Melnyk

Lars Klingbeil und Saskia Esken, Bundesvorsitzende der SPD, bei einem Wahlkampfauftritt in NRW Anfang April.

Lars Klingbeil und Saskia Esken, Bundesvorsitzende der SPD, bei einem Wahlkampfauftritt in NRW Anfang April.

Berlin. Nach erneut scharfer Kritik des ukrainischen Botschafters Andrij Melnyk an der Russland-Politik der Sozialdemokraten wird sich die SPD-Spitze offenbar erneut mit dem Diplomaten treffen. „Gerade in Zeiten, in denen uns die Herzen schwer sind und die Debatten manchmal hitzig, ist es umso wertvoller, das offene und vertrauensvolle Gespräch zu pflegen“, twitterte die SPD-Vorsitzende Saskia Esken am Dienstagmorgen. Dazu stellte sie ein Bild, dass sie und Co-Parteichef Lars Klingbeil an der Seite von Melnyk zeigt.

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Zunächst hatte es Unklarheiten zum Termin des Treffens gegeben. Während die SPD-Chefin Esken mit ihrem Tweet den Eindruck machte, dass sie und Klingbeil den ukrainischen Botschafter Melnyk bereits getroffen hätten, schrieb dieser am Dienstagvormittag auf Twitter, er danke für die Einladung „zu einem neuen Gespräch“ und freue sich „auf das morgige Treffen“. Er hoffe, dass die SPD „ENDLICH das grüne Licht für deutsche schwere Waffen an die Ukraine & fürs Embargo vom russischen Gas & Öl“ geben werde, „um den russischen Vernichtungskrieg zu stoppen“.

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Der Botschafter hatte in den vergangenen Wochen immer wieder mit scharfen Worten den früheren Russland-Kurs der SPD verurteilt und mehr deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine gefordert.

+++ Alle Entwicklungen zu Russlands Krieg im Liveblog +++

Am Wochenende kam es zu einem harten Schlagabtausch, als der ehemalige Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) in einem Gastbeitrag für den „Spiegel“ „gezielte Angriffe“ auf Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kritisierte und Melnyk „Verschwörungstheorien“ vorwarf.

Melnyks Behauptung, Steinmeier habe in seiner aktiven Zeit als Politiker „seit Jahrzehnten ein Spinnennetz der Kontakte mit Russland geknüpft“, die bis in die heutige Regierung hineinwirkten, unterstelle, dass der frühere Kanzleramts- und Außenminister die Interessenvertretung Russlands in Deutschland mitorganisiert habe. „Das ist wahrheitswidrig und bösartig“, schrieb Gabriel.

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Melnyk reagierte bei Twitter auf Gabriels Beitrag mit den Worten: „Bösartig ist vor allem Ihre und Ihrer SPD-Kumpane jahrelange Putin-freundliche Politik gewesen, die den barbarischen Vernichtungskrieg gegen den Staat, Nation, Kultur, gegen Frauen und Kinder erst herbeigeführt hat.“

RND/dpa/alx

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