Energieversorgung: Chef der Europa-SPD warnt vor Fracking-Gas aus den USA

Der Bohrturm einer Ölförderplattform, die nach dem Prinzip des Fracking arbeitet, in Tunkhannock, Pennsylvania. (Archivbild) Jens Geier, der Vorsitzende der SPD-Europaabgeordneten, warnt vor einer zu starken Fokussierung auf Gasimporte aus den USA. In den USA werde Erdgas „unter extrem umweltschädlichen Bedingungen“ mit der sogenannten Fracking-Methode gefördert.

Brüssel. Der Vorsitzende der SPD-Europaabgeordneten hat kurz vor Spitzengesprächen zur Energiesicherheit in der EU vor einer zu starken Fokussierung auf Gasimporte aus den Vereinigten Staaten gewarnt.

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„Bei der Herstellung von Versorgungssicherheit für die EU können die USA zwar eine Rolle spielen“, sagte Jens Geier vor der Tagung des europäisch-amerikanischen Energierats an diesem Montag in Washington. In den USA werde Erdgas jedoch „unter extrem umweltschädlichen Bedingungen“ mit der sogenannten Fracking-Methode gefördert und setze damit nicht nur Treibhausgase frei.

Grundsätzlich begrüßte Geier Pläne für eine stärkere Kooperation der EU mit den USA. „Im Hinblick auf die angespannte Lage in der Ukraine ist es richtig, dass die EU-Kommission endlich eine Energie-Außenpolitik beginnt“, sagte er. Um die globalen Pariser Klimaziele zu erreichen, sei der Austausch zwischen der EU und den USA, einem der Länder mit dem größten CO2-Ausstoß, zentral.

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Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit sollte nach Ansicht von Geier allerdings auf der Förderung von Alternativen zu Erdgas und anderen fossilen Brennstoffen liegen. „Der Ausbau der Erneuerbaren muss in Kooperation vorangetrieben werden - zum Beispiel in die Richtung eines ‚Klimaclubs‘, wie ihn Bundeskanzler Olaf Scholz vorgeschlagen hat“, sagte der SPD-Abgeordnete. Er erwarte eine Zusammenarbeit bei der Spitzenforschung und der Technologie-Entwicklung - nicht zuletzt im Hinblick auf den gemeinsamen Wettbewerb mit dem chinesischen Markt.

Auch Ukraine-Konflikt ausschlaggebend für Zusammenarbeit zwischen EU und USA

Die EU und die USA hatten zuletzt mitgeteilt, dass sie auch angesichts der Kriegsgefahr in Osteuropa ihre Zusammenarbeit im Energiebereich ausbauen wollen. Ziel sei es, für die Bevölkerung und Unternehmen in der EU und ihre Nachbarländer eine zuverlässige und erschwingliche Versorgung sicherzustellen, heißt es in einer Ende Januar veröffentlichten Erklärung von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Joe Biden. Somit sollen „Versorgungsschocks“ vermieden werden, die sich etwa durch eine russische Invasion in der Ukraine ergeben könnten.

Zu den Gesprächen an diesem Montag in Washington werden unter anderem der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell und EU-Energiekommissarin Kadri Simson erwartet. Von US-Seite haben sich Außenminister Antony Blinken und Energieministerin Jennifer Granholm angekündigt.

RND/dpa

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