Wegen russischem Krieg in der Ukraine

Wie viele Bunker gibt es noch? Bestandsaufnahme in Niedersachsen

Thomas Otto (parteilos), Bürgermeister der niedersächsischen Gemeinde Saterland, stemmt eine schwere Tür zu den entwidmeten Schutzräumen im Keller des Rathauses der Gemeinde auf.

Thomas Otto (parteilos), Bürgermeister der niedersächsischen Gemeinde Saterland, stemmt eine schwere Tür zu den entwidmeten Schutzräumen im Keller des Rathauses der Gemeinde auf.

Hannover/Bremen. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine geraten alte Bunker und öffentliche Zivilschutzeinrichtungen wieder mehr in den Blick. 2007 waren Bund und Länder übereingekommen, öffentliche Schutzräume nicht mehr zu erhalten und rückzubauen.

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„Im aktuellen Kontext wird auch das aktuelle Rückbaukonzept für Schutzräume geprüft“, sagte dazu eine Sprecherin des Innenministeriums von Niedersachsen.

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Zeitnah solle es eine vollständige Bestandsaufnahme der vorhandenen Schutzräume geben. Dazu solle auch die noch verbliebene Schutzwirkung der Anlagen überprüft werden, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums.

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Nur wenige Bunker vorhanden – Schutzwirkung ist unklar

Der Rückbau der Schutzräume begann 2008. Derzeit gebe es in Niedersachsen noch 58 öffentliche Schutzräume, teilte ein Sprecher des Bundesamtes für Immobilienaufgaben (Bima) mit. Bei diesen sei das Entwidmungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Fraglich ist indes, ob sie sich noch als Schutzräume eignen, weil seit 2007 – also seit 15 Jahren – nichts mehr in ihre Erhaltung investiert wurde.

Die entwidmeten Schutzräumen im Keller des Rathauses der niedersächsischen Gemeinde Saterland werden als Lager genutzt.

Die entwidmeten Schutzräumen im Keller des Rathauses der niedersächsischen Gemeinde Saterland werden als Lager genutzt.

Zu den noch nicht zurückgebauten Schutzräumen in Niedersachsen gehört laut dem Bundesamt ein Hochbunker in Hannover und 57 Mehrzweckanlagen in den Landkreisen Diepholz, Nienburg, Celle, Soltau-Fallingbostel, Uelzen, Aurich, Cloppenburg, Emsland, Grafschaft Bentheim, Osnabrück und in der Stadt Wolfsburg.

Im Bundesland Bremen waren ursprünglich 54 Bunker mit 54.980 Plätzen vorhanden, wie die Sprecherin des Innenressorts, Rose Gerdts-Schiffler, sagte: „Davon sind bis heute 52 entwidmet.“ Angaben zu den verbliebenen zwei Bunkern in Privatbesitz seien erst nach der vom Bund angegebenen Begehung möglich.

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Nutzung möglich „wenn es entsprechende Mittel gibt“

Einer der inzwischen entwidmeten Schutzräume befindet sich im Keller des Rathauses der Gemeinde Saterland im Landkreis Cloppenburg. Der vor drei Jahren entwidmete Schutzraum diene inzwischen als Aktenraum, sagte Bürgermeister Thomas Otto (parteilos).

Er würde den Schutzraum auch gerne wieder für den Zivilschutz nutzen – „wenn es entsprechende Mittel gibt“. Die früher regelmäßig überprüfte Schutzanlage müsse jedoch erst wieder gecheckt werden.

Eine Karte und ein Raumüberdruck-Messgerät hängen an einer Wand in den entwidmeten Schutzräumen im Keller des Rathauses der niedersächsischen Gemeinde Saterland, die als Lager, unter anderem für Akten, genutzt werden.

Eine Karte und ein Raumüberdruck-Messgerät hängen an einer Wand in den entwidmeten Schutzräumen im Keller des Rathauses der niedersächsischen Gemeinde Saterland, die als Lager, unter anderem für Akten, genutzt werden.

„Man muss gucken, ist das zum Beispiel noch gasdicht, wahrscheinlich muss auch eine moderne Kommunikationsanlage eingebaut werden.“ Daher setze er auf das Versprechen des Bundes, den Zivilschutz wieder ausbauen zu lassen.

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Öffentliche Schutzräume wurden laut Bima seit Mitte der 1960er Jahre vor allem in Ballungszentren errichtet oder es wurden alte Bunkeranlagen wieder hergerichtet. Dazu zählten auch Hoch- und Tiefbunker sowie Stollen aus dem Zweiten Weltkrieg.

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Neu errichtet wurden so genannte Mehrzweckanlagen. Das waren neu gebaute Tiefgaragen oder Bahnhöfe, die so ausgestattet wurden, dass sie im Krisenfall auch als Schutzraum für die Bevölkerung dienen konnten.

RND/dpa

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