Die Reihenfolge stimmt nicht, Frau Baerbock

Eine Passagiermaschine von Ryanair kurz vor der Landung auf dem Flughafen Frankfurt.

Eine Passagiermaschine von Ryanair kurz vor der Landung auf dem Flughafen Frankfurt.

Berlin. Annalena Baerbock macht es sich einfach, zu einfach. Die grüne Kanzlerkandidatin beklagt, dass das klimafreundliche Bahnfahren gerade zu Stoßzeiten für Familien teuer sei, während man schon für 29 Euro nach Mallorca fliegen könne. Um dieses Missverhältnis zu beseitigen, fällt ihr aber nur ein, Kurzstreckenflüge teurer zu machen und sie perspektivisch ganz abzuschaffen.

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Niemand wollte bestreiten, dass Fliegen die Umwelt mehr schädigt als eine Reise mit dem Zug. Richtig ist auch, dass man für Bahnfahrkarten in vielen Fällen mehr bezahlen muss als für Flugtickets innerhalb Deutschlands oder Europas. Abgesehen von Lockangeboten ist es aber in der Regel nicht so, dass Flugtickets (mitsamt Gepäck!) zu billig sind. Vielmehr ist das Bahnfahren zu teuer.

Das liegt insbesondere daran, dass die Deutsche Bahn ein Monopolist ist, der sehr erfolgreich Wettbewerber auf seinen Strecken verhindert oder zumindest klein hält. Im Flugverkehr herrscht dagegen ein harter Konkurrenzkampf. Gäbe es ihn nicht, wäre die Bahn sogar noch teurer.

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Dreh- und Angelpunkt einer modernen, klimafreundlichen Verkehrspolitik muss also ein kluger Umgang mit dem Bahnverkehr sein. Nötig ist vor allem eine saubere Trennung von Schienennetz und dem darauf rollendem Verkehr, um für mehr Wettbewerb zu sorgen. Ziel muss ein funktionierendes, sinnvoll getaktetes Hochgeschwindigkeitsnetz sein, das zumindest innerdeutschen Flügen in jeder Hinsicht überlegen ist und diese damit überflüssig macht.

Um diesen Umbau mitzufinanzieren, muss parallel eine klimagerechte Belastung des Flugverkehrs angestrebt werden, etwa durch eine differenzierte Anhebung der bereits bestehenden Luftverkehrsabgabe. Und gegen die Dumpingpolitik der Billigairlines hilft eine staatliche Preisregulierung, die Ticketpreise unterhalb aller Steuern und Abgaben schlicht verbietet. Dann wäre auch das von Baerbock beklagte 29-Euro-Ticket nach Mallorca nicht mehr möglich.

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