Deutsche vertrauen ihren Ärzten auch in der Pandemie – digitale Angebote rücken in Fokus

„Wartezimmer“ ist auf einer Tür eines leeren Wartezimmers in einer Hausarztpraxis zu lesen (Symbolfoto). Laut einer Umfrage vertrauen die Deutschen ihren Ärzten auch in der Pandemie.

„Wartezimmer“ ist auf einer Tür eines leeren Wartezimmers in einer Hausarztpraxis zu lesen (Symbolfoto). Laut einer Umfrage vertrauen die Deutschen ihren Ärzten auch in der Pandemie.

Berlin. Auch in der Corona-Pandemie vertrauen Patientinnen und Patienten ihren Ärzten und Ärztinnen und sind sehr zufrieden mit der Behandlung. Das geht aus einer repräsentativen Befragung der Kassenärztlichen Bundes­vereinigung (KBV) hervor. Demnach schätzen 91 Prozent der Versicherten deren Fachkompetenz als gut bis sehr gut ein, das Vertrauensverhältnis bewerten 90 Prozent als gut bis sehr gut.

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„Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie leistungsfähig die ambulante Versorgung in den Praxen der Hausärzte, Fachärzte und Psychotherapeuten und ihrer Teams ist“, sagte der Vorstands­vorsitzende der KBV, Andreas Gassen. Verbesserungs­potenzial gibt es dagegen bei der Privatsphäre am Empfang. Diese empfindet nur rund die Hälfte der Befragten (54 Prozent) als gut bis sehr gut.

Zahl der Videosprechstunden steigt massiv an

Die Ergebnisse der Befragung sind größtenteils durch die Pandemie geprägt. So kommt den digitalen Angeboten in Corona-Zeiten eine immer größere Bedeutung zu. Vor allem die Zahl der Video­sprechstunden hat sich enorm gesteigert. Wurden 2019 noch keine 3000 Videosprechstunden abgerechnet, waren es im vergangenen Jahr stolze 2,7 Millionen. „Die Videosprechstunde ist aber kein Allheilmittel gegen Terminknappheit in den Arztpraxen“, betont Thomas Kriedel, Vorstands­mitglied der KBV. Denn je älter die Versicherten, desto größer sei die Skepsis gegenüber Video­sprechstunden. Zudem sei die Bereitschaft zur Wahrnehmung dieses Angebots in der Stadt höher als auf dem Land.

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Informationsbedürfnis bei digitalen Angeboten

In Bezug auf die elektronische Patientenakte (ePa), in der Befunde und Informationen aus vorhergehenden Behandlungen über Praxis- und Krankenhausgrenzen hinweg gespeichert werden, gehen 57 Prozent davon aus, dass dadurch die Behandlung medizinischer Probleme verbessert wird. Gleichzeitig besitzt aber erst ein Prozent der gesetzlich Versicherten solch eine ePa.

Ähnlich verhält es sich mit digitalen Gesundheits­anwendungen, wie zum Beispiel Gesundheits-Apps. Von denen hat lediglich jeder Vierte beziehungsweise jede Vierte schon einmal etwas gehört. Und nur 5 Prozent davon nutzen auch eine digitale Gesundheitsanwendung. Die KBV sieht hier ein großes Informationsbedürfnis sowohl aufseiten der Arztpraxen als auch der Patientinnen und Patienten.

Personalmangel als größte Herausforderung

Als größte Herausforderung für das Gesundheitssystem in den kommenden Jahren sehen die Versicherten im Vergleich zu 2020 den Personalmangel in der Pflege (16 Prozent, +4). Zurückgegangen ist dagegen die Sorge vor einem Ärztemangel (9 Prozent, -5). Beim Mangel an Pflegepersonal ist ein Blick auf die Altersstruktur interessant. Je älter die Versicherten sind, desto weniger empfinden sie die Situation als Herausforderung. Für 13 Prozent ist die Corona-Pandemie die größte Herausforderung.

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Im Hinblick auf die Wartezeiten in der Praxis konnte die KBV Erfreuliches vermelden. So sind Wartezeiten über 30 Minuten auf 15 Prozent Anteil zurückgegangen. 2020 waren es noch 26 Prozent.

Die KBV ist die Dachorganisation der 17 Kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland. Sie organisiert die ambulante Gesundheitsversorgung, übernimmt die Abrechnung mit den Krankenkassen und vertritt die Interessen von Ärzten und Psychotherapeuten auf Bundesebene.

Für die diesjährige Versichertenbefragung hat die Forschungsgruppe Wahlen Telefonfeld GmbH von Ende März bis Ende April 6193 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren in Deutschland telefonisch befragt. Die Befragung findet seit 2006 regelmäßig statt.

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