Deutsche Firmen in Russland: Hoffnungen ruhen auf der Ampel

Fachleute an Bord des Verlegeschiffs „Fortuna“ verbinden in der Ostsee über Wasser Rohre der Nord-Stream-2-Pipeline (Archivbild).

Fachleute an Bord des Verlegeschiffs „Fortuna“ verbinden in der Ostsee über Wasser Rohre der Nord-Stream-2-Pipeline (Archivbild).

Berlin. Gute Stimmung, positiver Ausblick, höhere Umsätze. Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer und der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft haben am Donnerstag eine Geschäftsklimaumfrage für Russland vorgelegt, die stark von Optimismus geprägt ist. Fast 90 deutsche Unternehmen mit über 50.000 Mitarbeitern in Russland und über 14 Milliarden Euro Umsatz haben sich daran beteiligt. Die Mehrheit ist mit dem Geschäftsverlauf 2021 zufrieden und blickt hoffnungsvoll ins neue Jahr. So weit, so gut.

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Allerdings muss man in Rechnung stellen, dass die Umfrage im November gemacht wurde, also vor der dramatischen Zuspitzung des Ukraine-Konflikts. Russlands massiver Truppenaufmarsch und die damit verbundene Drohung eines Angriffs der Ukraine treibt inzwischen nicht nur deutschen Managerinnen und Managern Sorgenfalten auf die Stirn.

Die Verbands- und Kammerspitzen machten klar, dass die Politik jetzt alle Möglichkeiten nutzen müsse, um eine weitere Eskalation abzuwenden. Die Wirtschaft könne helfen, Verbindungen und Vertrauen zu schaffen. Das ist wichtig, denn angesichts des politisch zerrütteten Verhältnisses zu Russland stellt die Ökonomie derzeit quasi noch die einzige Brücke nach Moskau dar.

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Schon im Kalten Krieg kam der Wirtschaft eine Mittlerfunktion zu. In der Ära von KP-Hardliner Leonid Breschnew und SPD-Bundeskanzler Willy Brandt kam Anfang der 1970er-Jahre der Röhrendeal zustande, in dessen Folge die erste Ost-West-Pipeline gebaut wurde, die die Russen mit Gas bezahlten und der Westen mit Rohren und Know-how.

Das ist lange her, aber Produkte und Technologien made in Germany genießen in Russland immer noch ein riesiges Ansehen. Es wäre gut, wenn die neue Bundesregierung unter einem Kanzler, der sich durchaus in einer Brandt’schen Traditionslinie sieht, mit diesem Pfund etwas anfangen könnte.

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