Das bedeutet der Rückzug von AfD-Chef Jörg Meuthen

Jörg Meuthen kandidiert nicht noch mal als AfD-Vorsit­zender.

Jörg Meuthen kandidiert nicht noch mal als AfD-Vorsit­zender.

Berlin. Jörg Meuthen gibt auf. Dass er nicht noch einmal für den Partei­vorsitz kandidiert, ist ein Einge­ständnis seiner Nieder­lage im Macht­kampf innerhalb der AfD. Die Strömung um den Thüringer Landes­chef Björn Höcke ist stärker als Meuthen, der dem Rechts­extremismus zumindest Grenzen setzen wollte. Die AfD, ohnehin eine rechte Partei, bewegt sich unauf­hör­lich immer tiefer in den Extre­mismus.

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Meuthen ist jetzt Opfer dieser Entwick­lung – und zugleich hat er sie in der Vergangen­heit selbst mit voran­getrieben. Es ist eine Geschichte, die sich in der AfD schon mehr­fach wiederholt hat: Der Gründungs­vorsitzende Bernd Lucke dachte, er könnte die Rechten in der Partei schon einhegen – und scheiterte. Frauke Petry stürzte Lucke mit den Stimmen der äußersten Rechten in der AfD. Als sie später darauf pochte, man dürfe nicht zu weit nach außen rücken, verlor sie die Macht in der Partei.

Der Pakt und die Folgen

Auch Meuthen ist nur durch einen Pakt mit der äußersten Rechten in der Partei an die Spitze gekommen – und hat, um dort zu überleben, das Spiel der eigenen Radikali­sierung weit getrieben. Lucke, Petry, Meuthen: Für sie alle gilt der Satz aus Goethes „Der Zauber­lehrling“: „Die ich rief, die Geister, werd’ ich nun nicht los.“

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Beim Blick auf das Bundes­tags­wahl­­ergebnis liegt der Eindruck nahe, dass die immer weiter fortschreitende Radikali­sierung der AfD dazu beigetragen hat, dass ihr Ergebnis etwas schwächer ausgefallen ist als vor vier Jahren. Dennoch wäre es zu einfach zu sagen, die AfD erledige sich schon irgend­wann von selbst.

Gerade weil die Partei sich so weit ins Extreme begeben hat, sind die vielen Wahl­kreise, die sie in Sachsen und Thüringen gewonnen hat, höchst bedenk­lich. Die AfD ist der äußerste politische Rand, aber vielerorts eben doch keine Rand­erschei­nung. Bevor sie das wird, liegt noch viel Über­zeugungs­arbeit vor den anderen Parteien.

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