Corona-Krise: Venezuelas Präsident gibt bei TV-Ansprache Netflix-Tipps

Berlin, Caracas. Während die Venezolaner mit drastischen Folgen der Corona-Krise zu kämpfen haben, gibt ihr Präsident Nicolás Maduro Unterhaltungstipps für die Zeit der Ausgangssperre. Dabei preist der sozialistische Machthaber Serien des US-Streamingdienstes Netflix an.

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In einer Ansprache im staatlichen Fernsehen am Mittwoch (Ortszeit) empfahl er zunächst die Serie “Bolívar” über den südamerikanischen Unabhängigkeitskämpfers Simón Bolívar.

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"Ich empfehle weiter ausdrücklich 'Haus des Geldes', die vierte Staffel", fügte Maduro hinzu, dessen Regime von den USA mit zahlreichen Sanktionen belegt wurde. Ein weiterer Tipp war die Serie "When they see us" über einen Justizskandal in den USA. "Ich hoffe, dass sie die Serie nicht entfernen, nur weil Maduro sie empfohlen hat", fügte der Staatschef hinzu. Gleichzeitig gab er zu, keinen eigenen Netflix-Zugang zu haben.

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Venezuela steckt in einer schweren wirtschaftlichen Krise mit einem dramatischen Mangel an Medikamenten und Lebensmitteln, der sich durch die Corona-Krise verschlimmert hat. Das öffentliche Gesundheitswesen steht vor dem Zusammenbruch. Die Opposition wirft Maduro vor, das wahre Ausmaß der Corona-Fälle unter den knapp 30 Millionen Einwohnern zu verschleiern.

Nach Angaben der US-Universität Johns Hopkins wurden bis Donnerstagvormittag in Venezuela 197 Corona-Fälle erfasst. Neun Menschen starben. Die Dunkelziffer ist unbekannt, da es viel zu wenig Tests gibt.

Rund 60 Prozent aller Krankenhäuser in Venezuela verfügen nach Aussage des Oppositionsführers und selbst erklärten Interimspräsidenten Juan Guaidó nicht einmal über sauberes Wasser. Hinzukommen fast tägliche Stromausfälle, zudem fehlt Schutzkleidung. Die Bevölkerung selbst kann wegen Wassermangels nicht einmal elementare Hygienemaßnahmen einhalten.

RND/epd

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