Großes Problem mit Schleudersitzen

Lambrecht besucht die Luftwaffe – und die Eurofighter funktionieren nicht

Bundesverteidigungsministerin besucht das Taktische Luftwaffengeschwader 74 in Neuburg.

Bundesverteidigungsministerin besucht das Taktische Luftwaffengeschwader 74 in Neuburg.

Neuburg an der Donau. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) kommt zu Besuch und es gibt ein Problem mit dem Schleudersitz. Bei den Eurofightern der Bundeswehr sind die dafür vorgesehenen Antriebsgaskartuschen unter Fehlerverdacht geraten. Die Kampfflugzeuge bleiben am Boden – keine Übungsflüge auf dem Luftwaffenstützpunkt im bayerischen Neuburg an der Donau.

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Es sei die „absolut richtige Entscheidung“, lobt Lambrecht. Und sie versichert: Die Alarmrotte der Bundeswehr, die den Luftraum über Deutschland überwacht, sei weiter einsatzfähig. Sicher ist sicher, erst recht in diesen Zeiten, in denen ein paar 100 Kilometer entfernt im Osten ein Krieg tobt.

Luftwaffe zum ersten Mal für Übungen im Indopazifik

„Die Entwicklungen in der Ukraine sind besorgniserregend“, sagt Lambrecht. Darauf liege auch weiterhin der Schwerpunkt. „Aber wichtig ist, auch andere Dinge nicht aus den Augen zu verlieren.“ Seit ein paar Jahren legt die Regierung einen neuen Fokus auf den Indopazifik. Die Bundeswehr hat dort bereits mit einer Fregatte an einer Übung teilgenommen.

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Nun nimmt die Luftwaffe zum ersten mal an einem Manöver teil. Sechs Piloten aus Neuburg werden sich im August auf den Weg nach Australien machen – in Eurofightern. Ihre Flugzeuge haben dafür extra einen neuen Anstrich erhalten. Der Manöverraum wird sich bis nach Indonesien ziehen. Beteiligt ist unter anderem Militär aus Australien, Japan, Südkorea, Singapur, Indonesien, USA, Indien, Italien und Großbritannien.

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht bei der DF-Brigade in Müllheim. Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht besucht am 19. Juli 2022 im Rahmen ihrer Sommerreise die Deutsch- Französiche Brigade DF-Brigade in Müllheim/Baden. Müllheim Baden-Württemberg Deutschland *** Defense Minister Christine Lambrecht at the DF Brigade in Müllheim German Defense Minister Christine Lambrecht will visit the German French Brigade DF Brigade in Müllheim Baden Müllheim Baden Württemberg Germany on July 19, 2022 as part of her summer tour.

„Ich rede nicht lange, ich setze um“

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht sagt, die 100 Milliarden Euro Sondervermögen für die Bundeswehr würden schnell ausgegeben. Eine weitere Steigerung des Wehretats sei nötig, um Nato-Vorgaben zu erfüllen. Angesichts der Hitze hat sie eine Botschaft an die Soldaten des öffentlichen Gelöbnisses: Kurzarmhemd reicht.

„Beim Manöver „Pitch Black“ üben wir die Verteidigung eines NATO-Partners“, erklärt der Vizekommandeur des Luftwaffengeschwaders, Oberstleutnant Stefan Auer. Ein Teil der beteiligten Flugzeuge simuliere dabei einen Angriff, der andere Teil übernehme die Verteidigung. Bei der Marineübung „Kakadu“ trainieren die deutschen Piloten, Schiffe aus der Luft zu schützen. „Die Kombination Luft-Marine ist natürlich nicht das gewohnte Umfeld, das ist natürlich schon eine neue Herausforderung.“

Für die Bundesregierung hat der Indopazifik eine besondere Bedeutung. Über 20 Prozent des deutschen Handelsaustausches findet in dieser Region statt, heißt es in den 2020 veröffentlichten „Leitlinien zum Indopazifik.“ In den letzten 15 Jahren habe sich der Handel fast verdoppelt.

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Auch China ist in der Region sehr aktiv. Das Verteidigungsministerium verweist auf Sicherheitsrisiken: China schütte unbewohnte Inseln im umstrittenen Südchinesischen Meer auf, baue auf ihnen Stützpunkte und verstärke so seine militärische Präsenz. Zudem drohe China, Taiwan zu erobern. Eine der am meisten befahrenen Seestraßen der Welt, die Straße von Malakka, ist zudem bei Piraten beliebt.

China verweigerte der „Bayern“ die Einfahrt

Die Schwierigkeiten zeigten sich beim Manöver mit der Fregatte Bayern: Auch im Hafen von Shanghai wollte die „Bayern“ damals anlegen – die chinesische Regierung verweigerte die Einfahrt. Die „Bayern“ musste ihre Fahrtroute ändern. Das deutsche Kriegsschiff sei außerdem von chinesischen Fischerbooten bedrängt und von deren Scheinwerfern geblendet worden, heißt es in der Bundeswehr.

In Neuburg zeigte sich Verteidigungsministerin Lambrecht zufrieden mit dem Geschwader. „Es ist toll zu sehen, wie hier alle an einem Strang ziehen“, sagt sie. Auch im estnischen Ämari sind die Neuburger Eurofighter immer wieder im Einsatz.

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Hier komme es immer wieder zu Zwischenfällen mit russischen Militärflugzeugen, berichtet Vize-Geschwader-Chef Auer. „Für ihre Flüge vom russischen Festland in die Enklave Kaliningrad durchqueren die russischen Piloten internationalen Luftraum über der Ostsee – leider schalten sie dabei häufig ihre Transponder aus, sodass sie für zivile Maschinen nicht sichtbar sind.“ Aufgabe der deutschen Piloten sei es dann, die russischen Flieger abzufangen und zu eskortieren.

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Wie nahe der Ukraine-Krieg ist, hat sich auch im März gezeigt. Da wurden drei Eurofighter aus Neuburg nach Rumänien verlegt. Es habe sich gezeigt, „wie schnell wir sein können“, sagt die Ministerin zufrieden. Auch beim Manöver im Indopazifik werde man wieder zeigen, „wie schnell wir verlegefähig sind“. Und wofür der Eurofighter stehe. Das Schleudersitzproblem soll dann gelöst sein.

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