CDU nach der NRW-Wahl

Hendrik Wüst lächelt, Merz ist zufrieden und Söder gewinnt die Landtagswahl in NRW

CDU-Chef Friedrich Merz und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst bei einer Pressekonferenz nach der Landtagswahl in NRW, die die CDU gewonnen hat.

CDU-Chef Friedrich Merz und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst bei einer Pressekonferenz nach der Landtagswahl in NRW, die die CDU gewonnen hat.

Berlin. Es gibt Herausforderungen, wenn man eine Wahl gewonnen hat. Und für Hendrik Wüst gehören dazu die Kameras. Ein Fotograf von rechts, Kopf wenden, lächeln. Noch ein Klicken von links, Zähne auseinander, glücklich schauen in die andere Richtung. Neben Wüst steht Friedrich Merz in der Parteizentrale in Berlin und sagt: „Bemerkenswert.“ Bemerkenswert gewonnen natürlich.

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Die CDU ist als Sieger aus der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hervorgegangen, die als knappes Rennen mit der SPD galt. Es gibt eine gute Chance darauf, dass Wüst Ministerpräsident bleiben kann im bevölkerungsreichsten Bundesland.

Merz findet, damit sei das Tief der Bundestagswahl-Niederlage ausgeräumt: Die CDU sei „wieder zurück auf Platz eins″, sagt er. Seine Partei könne es doch, das Wahlengewinnen. Für einen Parteivorsitzenden ist das eine angenehme Botschaft, noch dazu nach erst vier Monaten im Amt. Angenehmer jedenfalls als für Bundeskanzler Olaf Scholz das SPD-Ergebnis. Merz erinnert zur Sicherheit noch mal schnell dran: NRW habe eine klare Antwort gegeben an die Bundesregierung, „insbesondere an den Bundeskanzler“. Und die sei „ausgesprochen schlecht“ ausgefallen.

09.05.2022, Berlin: Thomas Losse-Müller, Spitzenkandidat der SPD bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein, gibt eine Pressekonferenz zum Ausgang der Landtagswahl in dem nördlichsten Bundesland. Die SPD kam bei der Wahl auf 16 Prozent der Stimmen. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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Scholz hat zudem in den Umfragen keine besonders guten Werte, die allerdings hat Merz auch nicht wirklich. Laut ARD-Nachwahlbefragungen hält lediglich etwas mehr als die Hälfte der CDU-Wählerinnen und -Wähler den Parteichef für kanzlertauglich. Es nütze ja nichts, wenn die persönlichen Werte eines Politikers gut seien und die Wahlerfolge ausblieben, sagt Merz dazu. „Dann habe ich es lieber umgekehrt.“

Aber gibt es nun einen Merz-Effekt? In Nordrhein-Westfalen habe in erster Linie Wüst gewonnen, aber es gebe durchaus einen Beitrag der Bundespartei. Wahlentscheidend gewesen sei eine „Kombination aus sehr starken landespolitischen Themen, dem Kandidaten Hendrik Wüst, und einer geschlossenen Union aus CDU und CSU mit klarem Profil in der Bundespolitik“. Dies habe er „maßgeblich mitzuverantworten“, sagt Merz. „Insofern gibt es sicherlich Effekte.“ Und er freue sich „über jeden der Wahlen gewinnt. Das kann nicht ein Vorsitzender alleine machen“.

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Wüst hat kurz Zeit zwischen den Kameralächlern: In der Woche zuvor hat sich der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther nach einer ebenfalls gewonnenen Landtagswahl klar für eine Verschärfung der Frauenquote ausgesprochen. Wüst entscheidet sich für Unschärfe. Merz habe ihn gut unterstützt, sagt er aber. Und es sei schon gut, wenn die Union sich geschlossen präsentiere. „Das hilft, wenn man Wahlkampf führt.“

In etwa zeitgleich tritt einige hundert Kilometer entfernt in München CSU-Chef Markus Söder vor die Kameras. Mit Wüsts Vorgänger Armin Laschet hat er sich vor einem Jahr einen brutalen Kampf um die Kanzlerkandidatur geliefert. Nun klingt Söder sanft, fast säuselnd: Wüsts Sieg stärke die Zusammenarbeit zwischen Bayern und NRW, bekundet er. Und er fügt hinzu: Es sei der Erfolg des Kollegen, aber schon auch „ein gemeinschaftlicher Erfolg von CDU und CSU“. Der Söder-Effekt in NRW – so schnell wandern Wahlsiege durch die Republik.

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