Bundespräsident veröffentlicht Brief

Steinmeier an Rushdie: „Angriff auf die Freiheit des Worts“

An der Seite von Schriftsteller Rushdie und der freien Meinungsäußerung: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

An der Seite von Schriftsteller Rushdie und der freien Meinungsäußerung: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dem bei einem Attentat in den USA schwer verletzten Schriftsteller Salman Rushdie geschrieben, die Tat scharf verurteilt und baldige Genesung gewünscht. Die Messerattacke sei „ein Angriff auf die Freiheit des Worts und die freiheitlich verfasste Gesellschaft“ gewesen, ein „perfider Angriff auf einen schutzlosen Menschen“, heißt es in dem Schreiben, das das Präsidialamt am Mittwoch in Berlin veröffentlichte.

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„Sie wussten stets um Ihre Gefährdung“, schreibt Steinmeier und fährt fort: „Und doch haben Sie sich bewusst dafür entschieden, dem menschenverachtenden Mordaufruf Ayatollah Khomeinis nicht die Oberhand zu lassen und autoritärer Herrschaft die Freiheit des Individuums entgegenzusetzen.“

Nach Messerattacke ist Rushie auf dem Weg der Besserung

Vor rund 30 Jahren hatte Rushdie nach der Veröffentlichung seines Buchs „Die satanischen Verse“ Todesdrohungen erhalten. Im Iran hatte Ayatollah Khomeini eine Fatwa gegen ihn verhängt, die zur Tötung des Autors aufforderte. Am Freitag wurde Rushdie bei einem Auftritt in der Chautauqua Institution in New York mit dem Messer attackiert. Der Tatverdächtige, ein 24 Jahre alter US-Bürger, wurde festgenommen.

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Steinmeier schrieb an Rushdie, auch wenn von den körperlichen Wunden keine Lebensgefahr mehr ausgehe, bleibe die Verletzung der Seele. „Ich hoffe daher sehr, dass Sie trotz dieses Angriffs auf Ihr Leben und trotz der schweren Verletzungen weiterhin die Kraft haben werden, für uns als Ihre Leser zu schreiben und öffentlich zu sprechen“, fügte das deutsche Staatsoberhaupt hinzu: „Und ich bin sicher: Die Wahrheit der Literatur und die Wahrheit der Freiheit werden immer stärker sein als die Lüge und die Knute, mit denen religiöse Fanatiker und autoritäre Regime sich die Kontrolle zu verschaffen versuchen.“

RND/epd

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