Brexit würde Deutschland 6,3 Milliarden kosten

Teures Autogramm: Premierministerin Theresa May unterzeichnet das Trennungsgesuch nach Artikel 50 des EU-Vertrags.

Teures Autogramm: Premierministerin Theresa May unterzeichnet das Trennungsgesuch nach Artikel 50 des EU-Vertrags.

Hannover. Demnach könnte das deutsche Bruttoinlandsprodukt bei einem „harten“ Brexit ohne Freihandelsabkommen und andere Sonderregeln um bis zu 6,3 Milliarden Euro sinken. Das entspricht etwa einem Viertelprozent der deutschen Wirtschaftsleistung. Vor allem die Autobranche, Pharmahersteller und Maschinenbauer würden der Studie zufolge leiden. Der deutsche Finanzsektor hingegen dürfte auf geringfügige Zuwächse hoffen.

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Deutlich teurer wird der Ausstieg aus der EU nach den Berechnungen der Münchner Forscher für Großbritannien selbst. Mehr als 1,7 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung könnten die Briten im schlechtesten Szenario verlieren. Das sind fast 50 Milliarden Euro. „Der Brexit wird auf jeden Fall deutlich teurer für das Vereinigte Königreich als für Deutschland“, schreiben die Autoren der Studie.

Allerdings gibt es auch weniger dramatische Szenarien. Im Falle eines „sanften“ Brexit, also eines Ausscheidens aus der EU bei gleichzeitigem Abschluss eines Freihandelsabkommens, rechnen die Studienautoren mit deutlich milderen Folgen. Um etwa 0,4 Prozent würde das Bruttoinlandsprodukt in Großbritannien dann nachgeben, etwa 9 Milliarden Euro. Deutschland würde der weiche Brexit 0,06 Prozent der Wirtschaftsleitung kosten, etwa 1,8 Milliarden Euro.

„Der Brexit wird für die EU-Mitgliedsstaaten und vor allem für das Vereinigte Königreich nicht ohne wirtschaftliche Folgen bleiben“, sagte Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) dem RND mit Blick auf die Studienergebnisse. Allerdings gäben die Berechnungen und Prognosen der Münchner Wissenschaftler auch Grund zur Hoffnung. „Selbst unter ungünstigen Bedingungen dürfte der Brexit laut Studie für die Wirtschaft in der EU und insbesondere für die deutsche Wirtschaft verkraftbar bleiben“, so die SPD-Politikerin. Die aktuell guten wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und die günstigen konjunkturellen Aussichten würden dazu ihren Beitrag leisten. Zypries betonte die übergroße Bedeutung, die nun den Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien zukäme. „Vieles hängt von den zukünftigen vertraglichen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich ab“, sagte die Ministerin. „Deswegen müssen wir uns bemühen, in den anstehenden Verhandlungen die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.“

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Von RND

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