Besserer Jugendschutz im Netz: Der Staat ist gefordert – und die Eltern

Das Bundeskabinett hat ein Gesetz auf den Weg gebracht, das Kinder vor gefährlichen Inhalten schützen soll – es nimmt große Anbieter in die Pflicht.

Das Bundeskabinett hat ein Gesetz auf den Weg gebracht, das Kinder vor gefährlichen Inhalten schützen soll – es nimmt große Anbieter in die Pflicht.

Berlin. An einem kann es keinen Zweifel geben: Es ist auf jeden Fall richtig, dass die Bundesregierung ein neues Jugendschutzgesetz auf den Weg gebracht hat. Die bisherigen Regelungen seien im Zeitalter von CD-ROM und Videokassette stehen geblieben, so hat des Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) selbst ausgedrückt. Das ist absurd in einer Zeit, in der 9- bis 17-Jährige im Schnitt täglich fast zweieinhalb Stunden online sind.

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Mobbing, Anmache, Kostenfallen

Das neue Gesetz soll Kinder und Jugendliche also auch dort schützen, wo sie viel Zeit verbringen: im Internet. Dabei geht es nicht zuletzt um Themen wie Hilfe bei Mobbing, den Schutz vor sexueller Anmache oder auch um die Gefahr von Kostenfallen. Es ist schlüssig, dass Filme oder Spiele die gleiche Alterseinstufung bekommen – egal, ob sie im Geschäft verkauft oder im Internet gestreamt werden. Giffey tut zudem gut daran zu versuchen, nationale wie internationale Anbieter stärker in die Pflicht zu nehmen, und sei es nur dadurch, dass sie geeignete Beschwerdesysteme für junge Nutzer entwickeln und umsetzen.

Der Einwand, dass Regeln im Internet häufig noch weit schwerer durchzusetzen sind als im ganz normalen Leben, ist zwar richtig. Ein überzeugendes Argument, es gar nicht erst zu versuchen, ist das aber nicht. Es käme ja auch niemand auf die Idee, die Regeln im Straßenverkehr gerade dort außer Kraft zu setzen, wo viele Autofahrer besonders rücksichtslos unterwegs sind und es zu zahlreichen Unfällen kommt.

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Zur Wahrheit gehört aber: Eltern können sich auch künftig nicht zurücklehnen, sondern müssen sich aktiv damit beschäftigen, wo ihre Kinder im Netz unterwegs sind und was sie dort tun. Kinder und Jugendliche im Netz besser zu schützen, ist nicht nur Sache der künftigen Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz, sondern bleibt im Alltag eine schwierige Aufgabe für Eltern, Lehrer und viele andere.

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