Junger Syrer im Krankenhaus

Berichte: Offenbar Flüchtling an EU-Grenze in Bulgarien angeschossen

Flüchtlinge auf dem Weg zur EU-Außengrenze in Kroatien (Symbolbild).

Flüchtlinge auf dem Weg zur EU-Außengrenze in Kroatien (Symbolbild).

Sofia. An der EU-Außengrenze in Bulgarien ist nach Recherchen der ARD und anderer Medien ein Flüchtling mutmaßlich von bulgarischen Grenzbeamten angeschossen worden. Es handle sich um einen namentlich bekannten jungen Syrer, der nach dem Vorfall in ein türkisches Krankenhaus eingeliefert worden sei, teilten die Medien mit.

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Bulgarien bestritt in einer ersten Reaktion am Dienstag, dass seine Grenzpolizisten auf Migranten geschossen hätten. 65 Personen hätten versucht, die Grenze „illegal zu überqueren“, hieß es in einer Stellungnahme des Innenministeriums in Sofia, die vom Staatsfernsehen und Staatsradio verbreitet wurde.

Ein von den Medien verifiziertes Video vom 3. Oktober 2022 zeige einen jungen Mann an der bulgarisch-türkischen Grenze inmitten einer Gruppe von Flüchtlingen. Sie werfen Steine in Richtung Grenzzaun. Ein Schuss ist zu hören, worauf der junge Mann zusammenbricht. Die genaue Video-Analyse legt den Medien zufolge nahe, dass der Schuss aus rund 30 Metern Entfernung aus Richtung der bulgarischen Grenze abgegeben worden sein könnte. In der Darstellung des bulgarischen Innenministeriums heißt es, dass das Verhalten der Migranten „aggressiv“ gewesen sei. Ein Polizeiauto sei von Steinen beschädigt und ein Grenzpolizist verletzt worden.

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Bulgarien will in Schengen-Raum

Die Europäische Kommission bescheinigte Bulgarien noch im November, beim Grenzschutz viel Engagement zu zeigen und dem hohen Migrationsdruck effektiv entgegenzutreten. Bulgarien will in den Schengen-Raum aufgenommen werden.

Bulgarien beklagt seit Wochen eine Zunahme der Migranten an der EU-Außengrenze zur Türkei. Die Grenzpolizei wurde deswegen durch Soldaten verstärkt. Ein bulgarischer Polizist wurde am 8. November bei der Bewachung der Grenze zur Türkei erschossen. Der Schuss kam bulgarischen Angaben zufolge aus dem Staatsgebiet der Türkei.

RND/dpa

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