Missstände anpacken

Außenministerin Baerbock kämpft für internationale Gleichstellung von Frauen

Außenministerin Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) spricht bei der Eröffnung einer Aktionswoche des deutsch-lateinamerikanisch-akribischen Frauennetzwerkes "Unidas"

Berlin. Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat den weltweiten Kampf für Gleichstellung von Frauen als Schlüssel für eine gerechtere Gesellschaft hervorgehoben. Am Weltfrauentag (8. März) höre man viele Bekenntnisse zur Gleichberechtigung, sagte sie zum Auftakt einer Aktionswoche des deutsch-lateinamerikanisch-karibischen Frauennetzwerkes „Unidas“ am Dienstag in Berlin. Bei solchen Bekenntnissen dürfe man nicht stehenbleiben. „Wir müssen gemeinsam diese Missstände anpacken und tatsächlich etwas verändern.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Unidas“ (auf deutsch: Vereinigt) wurde 2019 ins Leben gerufen. Das Netzwerk ist Bestandteil der Lateinamerika- und Karibik-Initiative des Auswärtigen Amts - Baerbock hat die Schirmherrschaft.

Baerbock: Kampf für Gleichberechtigung wird internationaler

Die Ministerin zeichnete Vertreterinnen einer feministischen Bewegung mit dem ersten „Unidas-Preis“ für Frauenrechte und Demokratie aus. Die Bewegung hatte sich nach dem Tod einer schwangeren Argentinierin gebildet. Die 14-Jährige war von ihrem zwei Jahre älteren Freund getötet worden, weil sie sich geweigert hatte, das Kind abtreiben zu lassen. Die lokale Bewegung war nach Angaben von Baerbock bis nach Chile, Uruguay, Peru und Mexiko übergeschwappt. Dies zeige, was Außenpolitik in einer vernetzten Welt bedeute, in der Menschen über Grenzen hinweg gemeinsam für Rechte kämpften, sagte die Ministerin.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) bei der Preisverleihung des „Unidas-Preis“ für Frauenrechte und Demokratie

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) bei der Preisverleihung des „Unidas-Preis“ für Frauenrechte und Demokratie

Erste „feministische Regierung“ in Chile

Baerbock, die sich eine „feministische Außenpolitik“ auf die Fahnen geschrieben hat, hob Chile hervor, wo am 11. März die erste „feministische Regierung“ angetreten sei. Sie bestehe aus 14 Frauen und zehn Männern - einen so hohen Frauenanteil gebe es in fast keinem anderen Kabinett weltweit. Im Bundestag seien nur 34 Prozent der Abgeordneten Frauen - damit stehe man schlechter da als viele Länder Afrikas oder Lateinamerikas.

Für kein Land, keine Volkswirtschaft und keine Gesellschaft könne es gesund sein, wenn die Hälfte der Bevölkerung nicht gleichberechtigt mitbestimmen könne und vertreten sei, warnte Baerbock. „Wie wollen wir die größte Herausforderung unserer Zeit, den Klimawandel, lösen, wenn wir der Hälfte der Weltbevölkerung nicht wirklich zuhören?“ Der Kampf für Gleichstellung sei daher im Sinne einer jeden Gesellschaft. Ziel von „Unidas“ ist eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft, Kultur, Medien, Wissenschaft und Wirtschaft.

RND/dpa

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Spiele entdecken