Amtsübergabe im Oktober

Nachfolger von Melnyk: Oleksij Makejew wird neuer ukrainischer Botschafter in Deutschland

Andrij Melnyk, noch Botschafter der Ukraine in Deutschland, wird bald abgelöst (Archivbild).

Andrij Melnyk, noch Botschafter der Ukraine in Deutschland, wird bald abgelöst (Archivbild).

Andrij Melnyk wird am 14. Oktober sein Amt als ukrainischer Botschafter in Berlin abgeben. Nun ist sein Nachfolger offiziell bekannt: Oleksij Makejew wird Kiew künftig in Deutschland vertreten. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat ihm das Agrément dafür erteilt, wie unter anderem die „Welt am Sonntag“ berichtet.

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Dass Makejew Botschafter werden soll, war seit Längerem im Gespräch. Er war viele Jahre als politischer Direktor im Außenministerium in Kiew tätig. Eine offizielle Bestätigung für seine Ernennung lag bislang nicht vor.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Melnyk Mitte Juli von seinem Posten abberufen. Kurz zuvor hatte der Diplomat mit Äußerungen zum umstrittenen ukrainischen Nationalisten Stepan Bandera, dem Historiker Kollaboration mit den Nazis und eine Mitverantwortung für die Ermordung von Polen und Juden im Zweiten Weltkrieg vorwerfen, für Kritik gesorgt – nicht nur in Deutschland, sondern vor allem auch in Polen.

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Selenskyj entlässt Melnyk als Botschafter in Deutschland

Über ein Ende seiner Tätigkeit in Deutschland wurde bereits länger spekuliert. Nun hat der ukrainische Präsident die Entlassung des Botschafters angeordnet.

Melnyk wegen Kritik an deutscher Ukraine-Politik umstritten

Melnyk ist wegen seiner harten Kritik an der Ukraine-Politik der Bundesregierung umstritten. Er hält seine Amtsführung aber auch im Rückblick für richtig. „Wenn ich die letzten sehr dramatischen Monate leise und höflich in Berlin geblieben wäre, hätte es diese gewaltige Diskussion über – erst fehlende, dann unzureichende – deutsche Waffenlieferungen für die Ukraine vielleicht gar nicht so gegeben, wie das in den ersten Monaten nach Kriegsbeginn der Fall war“, sagte er im August der dpa.

Empfehlung für neuen Botschafter

Seinem Nachfolger empfiehlt er eine Doppelstrategie. „Er müsste schnellstmöglich als Diplomat akzeptiert werden, also nett und freundlich sein, um neue Sympathien für die Ukraine zu gewinnen, gerade angesichts der Kriegsmüdigkeit und dieser überzogenen Debatte über einen kalten Winter“, so Melnyk.

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„Auf der anderen Seite glaube ich, dass er nicht umhin kann, auch unbequem und kantig zu sein und die träge deutsche Politelite immer wieder herauszufordern.“ Es werde „eine Herkulesaufgabe für ihn sein, ohne jegliche Schonfrist seinen Pfad durch den Berliner Politdschungel zu finden“.

Kretschmer aus Ukraine ausgeladen: „Sie sind unerwünscht“

Der scheidende ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer von einem Ukraine-Besuch ausgeladen.

Melnyk will sich weiter äußern

Melnyk selbst würde sich gerne auch in seiner neuen Position weiter zur Politik der Bundesregierung äußern. „Natürlich wäre ich froh, wenn ich weiter um Rat gefragt würde, auch wenn ich im Tagesgeschäft nicht unbedingt für die Beziehungen zur Bundesrepublik zuständig sein kann“, sagte er. „Egal, welche Position in der Hauptstadt ich einnehmen darf, würde ich gerne in der Lage sein, meine persönliche Sichtweise zur ukrainischen Deutschland-Politik auch in Zukunft zu äußern – und hoffe, dass meine Meinung Gehör finden wird.“

RND/sf mit dpa

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