Aleppo: Evakuierungen verzögern sich

Die nordsyrische Stadt Aleppo ist zerstört.

Die nordsyrische Stadt Aleppo ist zerstört.

Aleppo. Rebellen und Zivilisten in Aleppo haben am Mittwochmorgen auf ihre Evakuierung aus dem Ostteil der syrischen Großstadt gewartet. Die Evakuierungen sollten nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte gegen 5 Uhr Ortszeit (4 Uhr MEZ) beginnen, verzögerten sich aber. Im zwischen Rebellen und syrischen Regierungstruppen geteilten Viertel Salaheddin warteten demnach etwa 20 Busse, Zivilisten oder Rebellen waren aber nicht zu sehen.

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Inzwischen hat die syrische Regierung alle Busse zurückbeordert, die zum geplanten Abzug der Rebellen aus dem umkämpften Ostteil Aleppos bereitstanden. Aus regierungstreuen Kreisen hieß es am Mittwoch, dies signalisiere, dass die Abmachung zwischen Regierung und Rebellen zum Abzug gescheitert sein könnte.

Mehrere Busse, die am Rande der von den Rebellen noch kontrollierten Gebiete in Ost-Aleppo gewartet haben, seien zurückgezogen worden. „Die Verzögerungen beim Abzug der Aufständischen, ihrer Familien und anderer Zivilisten gehen auf Unstimmigkeiten zwischen den Anführern der Rebellen zurück“, hieß es aus Regierungskreisen.

Opposition wirft Regime Bruch der Waffenruhe vor

Die Opposition warf den Regierungstruppen und ihren Verbündeten vor, am Morgen erneut Gebiete in Ost-Aleppo mit Artillerie beschossen zu haben. Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von Artilleriebeschuss. Die russische Nachrichtenagentur Tass berichtete mit Verweis auf das russische Verteidigungsministerium vom gescheiterten Versuch der Rebellen, die Belagerung durch die syrische Armee zu durchbrechen.

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Zuvor waren am Dienstagabend sechs Busse in den Bezirk gefahren, kamen aber leer zurück. Nach Angaben von Rebellen sollten zuerst die Verletzten und Zivilisten evakuiert werden, dann Rebellen mit leichten Waffen, die entweder in den Westen der Provinz Aleppo oder in die Provinz Idlib im Nordwesten Syriens gehen sollten. Die Vereinbarung zur Evakuierung von Zivilisten und Rebellen aus dem Ostteil Aleppos war am Dienstag von Rebellengruppen verkündet und von Russland und der Türkei bestätigt worden.

Der Krieg „wird weitergehen“

Das US-Außenministerium teilte mit, dass es von Moskau oder Ankara nicht hinzugezogen worden sei. „Selbst wenn dies das Ende der Belagerung von Aleppo ist, ist es nicht das Ende des Krieges in Syrien. Er wird weitergehen. Die Opposition wird weiter kämpfen“, sagte Ministeriumssprecher John Kirby.

In der Stadt schwiegen seit Dienstagnachmittag die Waffen, nachdem die Rebellenviertel von Ost-Aleppo vier Wochen lang von der syrischen Armee und ihren Verbündeten schwer bombardiert worden waren. Inzwischen kontrolliert die syrische Armee laut Beobachtungsstelle mehr als 90 Prozent von Ost-Aleppo. Nach Angaben der Hilfsorganisation Médecins du Monde sind noch etwa 100.000 Menschen auf einem Gebiet von lediglich fünf Quadratkilometern im Osten der Stadt eingeschlossen. Bisher sind nach Angaben der Beobachtungsstelle, die sich auf ein Netz von Aktivisten in Syrien stützt, bereits mehr als 130.000 Zivilisten aus Ost-Aleppo geflohen.

Die Türkei kündigte an, dass sie ein Zeltlager für bis zu 80.000 Flüchtlinge aus Aleppo aufstellen wolle. Vize-Ministerpräsident Mehmet Simsek gab dies im Onlinedienst Twitter bekannt. Nähere Einzelheiten nannte er nicht.

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Von RND/afp

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