Wie gefährlich ist der Atommeiler?

Atomkraftgegner warnen vor Rissen im AKW Neckarwestheim

Das AKW Neckarwestheim.

Das AKW Neckarwestheim.

Neckarwestheim. Nach den im bayerischen Atomkraftwerk Isar 2 entdeckten Sicherheitsmängeln sind auch Risse an Röhren im Kernkraftwerk Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg publik geworden. Atomkraftgegner stellten am Mittwoch deswegen die Betriebsgenehmigung des Landesumweltministeriums für den Meiler GKN II in Frage. Schon seit Jahren bildeten sich an dünnwandigen Rohren immer neue gefährliche Risse in großer Zahl, warnten sie.

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Die Anti-AKW-Organisation .ausgestrahlt und der Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar (BBMN) schrieben zu Neckarwestheim: „Würde auch nur eines der rund 16.000 Rohre aufgrund eines solchen Risses bersten, abreißen oder brechen, wäre dies bereits ein nur schwer zu beherrschender Kühlmittelverluststörfall.“ Dieser könne bis zur Kernschmelze im „Riss-Reaktor“ führen. Der Betreiber EnBW sei Nachweise für Vorkehrungen, um eine Leckage aus den Röhren sicher ausschließen zu können, bislang schuldig geblieben

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Der Bundeswirtschaftsminister öffnet die Tür für einen zeitweisen Weiterbetrieb von zwei Atomkraftwerken - im Notfall.

Die EnBW wies die Darstellung zurück, der Betrieb des von vielen Seiten überwachten Meilers GKN II sei gefährlich. So habe das Umweltministerium gegen Ende der geplanten diesjährigen Revision im Juni erneut explizit seine Zustimmung zum Wiederanfahren der Anlage gegeben und damit ihre Sicherheit bestätigt.

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Über einer Klage von Anwohnern des Meilers im Kreis Ludwigsburg gegen die Betriebserlaubnis wird der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim am 14. Dezember verhandeln. Das Umweltministerium zeigte sich zuversichtlich, was den Ausgang des Verfahrens angeht. Die Betriebserlaubnis basiere auf eine breiten und auch gutachterlich intensiv aufgearbeitete Tatsachengrundlage. Dies habe der VGH im Rahmen des Eilverfahrens, das der jetzt angesetzten mündlichen Verhandlung im Hauptsacheverfahren vorausging, im Frühjahr dieses Jahre ausdrücklich bestätigt und den Eilantrag abgewiesen.

Der Betreiber EnBW hat nach eigenen Angaben im Jahr 2018 mit Erfolg Maßnahmen eingeleitet, um die an nur wenigen Rohrwänden festgestellten Schwächungen zu auszugleichen. Die in der diesjährigen Revision seien an 35 der rund 16 400 Rohre der vier Dampferzeuger geringfügig verringerte Wanddicken festgestellt worden. „Alle Dampferzeuger-Heizrohre sind dicht“, betonte der Energiekonzern.

Nach dem Willen Minister Habecks sollen die Meiler Isar 2 und Neckarwestheim 2 von Januar bis April als Notreserve bereitstehen, um Strom zu produzieren, wenn der Winter hart und der Energieverbrauch hoch ist. Nachdem aber Isar 2 nun repariert werden muss und dann nur noch einmal hochgefahren werden kann, ist der Plan auf der Kippe.

Denn faktisch muss der Meiler - sollte er nach der Reparatur im Oktober wieder angefahren werden - dann über den Jahreswechsel am Netz bleiben. Als Notreserve stünde somit nur noch GKN II zur Verfügung. Er könnte zum Jahresende wie ohnehin geplant heruntergefahren und dann bei Bedarf wieder ans Netz genommen werden.

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Das Kernkraftwerk Neckarwestheim liegt zehn Kilometer südlich von Heilbronn auf dem Gelände eines ehemaligen Steinbruchs am Neckar. Block II ging 1989 ans Netz. Im Jahr 2021 erzeugte die Anlage rund 11,2 Milliarden Kilowattstunden Strom; damit deckte sie rechnerisch mehr als die Hälfte des Strombedarfs aller privaten Haushalte und etwa ein Sechstel des gesamten Stromverbrauchs in Baden-Württemberg. GKN I ging 2011 vom Netz.

RND/dpa

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