Afghanistan: UN planen Millionenzahlungen an Taliban

Die Flagge der UN im Wind auf dem Gelände des UN-Hauptquartiers in New York. 6 Millionen Doller sollen nach Willen der Organisation im kommenden Jahr an die Taliban in Afghanistan fließen.

Die Flagge der UN im Wind auf dem Gelände des UN-Hauptquartiers in New York. 6 Millionen Doller sollen nach Willen der Organisation im kommenden Jahr an die Taliban in Afghanistan fließen.

Washington. Die Vereinten Nationen (UN) wollen für den Schutz von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen sowie UN-Einrichtungen in Afghanistan rund 6 Millionen Dollar bereitstellen.

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Die vorgeschlagenen Mittel würden im kommenden Jahr vor allem zur Subventionierung der monatlichen Löhne von Taliban-Kämpfern die UN-Einrichtungen bewachen und zur Bereitstellung eines monatlichen Lebensmittelzuschusses im Rahmen eines Abkommens mit der früheren US-gestützten afghanischen Regierung gezahlt werden, heißt es in einem internen UN-Bericht, den die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag einsehen konnte.

Dabei gehe es auch um den Schutz von Mitarbeitern des von den radikal-islamischen Taliban geführten Innenministeriums, dessen Chef unter UN- und US-Sanktionen steht und vom FBI gesucht wird. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person bestätigte unter der Bedingung der Anonymität die Schutzmaßnahme gegenüber Reuters.

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Zahlungen im Widerspruch zu US- und UN-Sanktionen

„Die Vereinten Nationen haben als Arbeitgeber die Pflicht, die Kapazitäten der Gaststaaten zu stärken und – wo nötig – zu ergänzen, wenn UN-Personal in unsicheren Gebieten arbeitet“, schrieb der stellvertretende UN-Sprecher Farhan Haq in einer E-Mail als Antwort auf Fragen von Reuters zu den vorgeschlagenen Zahlungen. Er bestritt nicht den Inhalt des Dokuments.

Die internationale Gemeinschaft steht vor der Aufgabe, die benötigte Hilfe zu leisten, ohne die als Terroristen eingestuften Taliban zu unterstützen und zu legitimieren. Experten werfen daher die Frage auf, ob die Gelder nicht im Widerspruch zu den US- und UN-Sanktionen stehen und ob die UN einen Missbrauch der Zahlungen durch die Taliban-Regierung aufdecken könnten.

RND/Reuters

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