Afghanistan-Gedenken: 27 Tonnen Fels – und die Sinnfrage eines Krieges

2019 in Masar-i-Scharif: Bundesverteidigungs­ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) gedenkt im Camp Marmal am Ehrenhain mit Brigadegeneral Jürgen Brötz (links) und Karsten Geier, Generalkonsul, der gefallenen Soldaten (Archivbild).

2019 in Masar-i-Scharif: Bundesverteidigungs­ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) gedenkt im Camp Marmal am Ehrenhain mit Brigadegeneral Jürgen Brötz (links) und Karsten Geier, Generalkonsul, der gefallenen Soldaten (Archivbild).

Berlin. Der Felsbrocken aus dem Marmalgebirge steht jetzt auf einem provisorischen Sockel in der Henning-von-Tresckow-Kaserne in Geltow bei Potsdam. Der fast 27 Tonnen schwere Findling wurde schon im Mai aus Afghanistan herausgebracht – auf einem Bundeswehr-Tieflader in einer eigens gecharterten Antonow, dem größten Frachtflugzeug der Welt.

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Zuvor stand er im Bundeswehr-Feldlager in Masar-i-Scharif in Afghanistan, bildete das Zentrum eines Ehrenhains für die getöteten Soldaten des Krieges. Die Gedenktafel ist abgenommen, der Ehrenhain soll in Geltow in verkleinerter Form bis zum Volkstrauertag 2022 wieder aufgebaut werden. Hier, im „Wald der Erinnerung“, dem offiziellen Gedenkort der Bundeswehr für ihre Toten, stehen schon die Kreuze und Tafeln der anderen afghanischen Trauerstätten: aus Kabul, Kundus und dem Außenposten OP North.

59 deutsche Soldaten starben in Afghanistan

59 deutsche Soldaten ließen im Afghanistan-Krieg ihr Leben. Wofür – das fragen sich nach dem Fall von Kabul jetzt auch immer stärker die Besucherinnen und Besucher der Gedenkstätte. Erst seit zwei Wochen können wieder Hinterbliebene, Kameradinnen und Kameraden oder ganz normale Besucher und Besucherinnen kommen, zuvor war der Ort auf dem Kasernengelände lange wegen der Corona-Maßnahmen geschlossen.

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Der Stein aus Masar-i-Scharif lagert noch außerhalb der Gedenkstätte, darf nicht fotografiert werden. Ein Bauzaun schützt den rötlich-braunen Giganten.

Anscheinend gab es Probleme mit Mauerspechten – Kameraden, die ein privates Stückchen afghanischen Granits mit nach Hause nehmen wollten. Jeder verarbeitet die Erinnerung an den Krieg auf seine Weise.

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Die Gedenktafel ist abgenommen. „Zum Gedenken an unsere toten Kameraden“ stand darauf, und auf Englisch „lest we forget“, damit wir nicht vergessen.

In Sichtweite der Gedenksteine plant das Einsatzführungs­kommando der Bundeswehr seit Freitag die Rettungsmission aus Kabul. Nun kursieren auch die Bilder der gecharterten Antonow aus Masar-i-Scharif wieder im Netz, wird nach den Prioritäten der Bundeswehr gefragt, die Symbole vor den Taliban rettet und nun wahrscheinlich Menschen zurücklassen muss. Doch Ende Mai, als die Antonow in Leipzig landete und der Schwerlaster den Stein nach Geltow brachte, interessierte das außer den Veteranen und Veteraninnen kaum jemanden.

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Im „Wald der Erinnerung“ planen sie schon weiter in die Zukunft: Auch im Feldlager Camp Castor in Mali steht ein Gedenkhain für zwei 2017 ums Leben gekommenen Hubschrauber­piloten. Irgendwann, wenn auch dieser Einsatz beendet ist, wird es wieder einen Transport nach Geltow geben.

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