Afghanistan-Abzug: Wehrbeauftragte pocht auf Sicherheit der deutschen Soldaten

Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl (SPD), auf ihrem Platz im Plenum.

Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl (SPD), auf ihrem Platz im Plenum.

Berlin. Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl (SPD), hat angesichts des nahenden Abzugs der Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan betont, dass deren Sicherheit im Vordergrund stehen müsse.

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„Es ist gut, dass Präsident Biden den Abzug aus Afghanistan mit der Nato gemeinsam plant“, sagte sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Das ist elementar für eine verlässliche Zusammenarbeit.“ Högl fügte hinzu: „Die Sicherheit der Soldatinnen und Soldaten muss in der verbleibenden Zeit und bei der Planung des Abzugs höchste Priorität haben.“ Die Bundeswehr sei vorbereitet. Jetzt sei zu hoffen, dass die Sicherheitslage bis zum Abzug der ausländischen Streitkräfte stabil bleibe.

59 tote Soldaten

Die Wehrbeauftragte sagte weiter: „Ich erwarte, dass es nach dem Abzug eine kritische, ehrliche und möglichst unabhängige Bilanz zum Einsatz in Afghanistan gibt. Das sind wir den Soldatinnen und Soldaten sowie den Angehörigen der gefallenen Soldaten schuldig. Diese Analyse ist auch wichtig für alle weiteren Auslandseinsätze, damit aus Fehlern gelernt werden kann.“

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Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Einsatzveteranen, Bernhard Drescher, sagte dem RND: „Zehntausende Soldatinnen und Soldaten haben mit schmutzigen Stiefeln, Waffe in der Hand sowie sich zwischen Minen, Beschuss und Hinterhalt bewegend ‚die Freiheit Deutschlands am Hindukusch‘ tapfer verteidigt. Gleichzeitig haben diese, oftmals jahrelang, auf ihr eigenes soziales Leben in der Heimat verzichtet. Was bleibt ist ein bitterer Nachgeschmack bei den Hinterbliebenen unserer Gefallenen sowie bei den körperlich und seelisch Verwundeten.“ Denn die Antwort auf die Frage des „Wofür“ bleibe bei einem Abzug ohne Erreichen des Ziels „endgültig offen“.

59 deutsche Soldaten ließen in Afghanistan ihr Leben, davon wurden 35 in Gefechten oder bei Anschlägen getötet.

Die USA wollen am 1. Mai mit dem Abzug ihrer Soldaten beginnen; dieser soll am 11. September, dem 20. Jahrestag des islamistischen Anschlags auf das World Trade Center in New York, enden. Derzeit sind noch rund 1.000 Bundeswehrsoldaten in dem Land stationiert. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sagte dazu im ARD-Morgenmagazin: „Das würde bedeuten, dass wir unsere Planungen auch in der Nato mit den Planungen der USA synchronisieren. Wir haben immer gesagt: Wir gehen gemeinsam rein, wir gehen gemeinsam raus.“

Trump-Entscheidung korrigiert

Der damalige US-Präsident Donald Trump hatte einen Abzug ohne Abstimmung mit den Verbündeten bis Ende April in Aussicht gestellt. Die Biden-Administration hatte diese wie viele andere Entscheidungen auf den Prüfstand gestellt, hat den Abzug nun aber lediglich um ein halbes Jahr verschoben. Trotz anhaltender Gewalt der militant-islamistischen Taliban werde er ohne Bedingungen vollzogen, hieß es, weil man sonst auf ewig in Afghanistan bleiben müsse.

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Die Bundesregierung hatte sich zuletzt dafür ausgesprochen, das Ende des Nato-Einsatzes in Afghanistan vom Erfolg der Friedensverhandlungen zwischen den Taliban und der Regierung in Kabul abhängig zu machen. Die Gespräche kamen aber zuletzt nicht voran.

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