Wie geht es nach dem August weiter?

Halbzeit 9-Euro-Ticket: SPD fordert günstiges Anschlussangebot

Reisende warten am Hauptbahnhof auf den Zug nach Amsterdam.

Reisende warten am Hauptbahnhof auf den Zug nach Amsterdam.

Berlin. Der SPD-Fraktionsvize Detlef Müller hat auf ein kostengünstiges Anschlussangebot für das 9-Euro-Ticket gepocht und Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) sowie dessen Landeskollegen aufgefordert, bis zum Herbst einen Vorschlag zur Finanzierung vorzulegen. „Nach Ende des 9-Euro-Tickets brauchen wir weiterhin ein preiswertes Angebot. Ob ein Anschlussticket dann 39, 49 oder 69 Euro kostet, ist zweitrangig“, sagte Müller dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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„Es muss aber in einem Rahmen sein, der psychologisch wirkt und sich für Menschen lohnt, ihr Auto stehen zu lassen“, betonte er. „Bis zur Verkehrsministerkonferenz im Herbst sollten das Bundesverkehrsministerium und die Länder einen Vorschlag entwickeln, in welcher Form das 9-Euro-Ticket weitergeführt werden kann und wie die Finanzierung aussehen könnte.“

Finanzierungsvorschlag gefordert

Müller zufolge sollten sich Bund und Länder auf ein dauerhaftes Modell verständigen, an dem sich die Länder ebenfalls beteiligen. Die nachhaltige Finanzierung sei wichtiger als die Frage, „ob wir mit dem Anschlussangebot erst im November oder Januar starten“, fügte er hinzu.

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Das Ticket muss laut Müller in ganz Deutschland nutzbar sein: „Der große Vorteil des Tickets ist ohnehin die Einfachheit, daher muss ein Anschlussangebot möglichst bundesweit gültig sein.“ Müller unterstrich gleichwohl, dass wegen der Finanzierung eines Anschlusstickets der Ausbau des Nahverkehrs nicht hintenanstehen dürfe.

Der Koalitionsausschuss hatte das 9-Euro-Ticket als Entlastungsmaßnahme wegen steigender Energiepreise beschlossen. Das Billigangebot läuft ebenso wie der Tankrabatt Ende August aus. Im Herbst kommen Bund und Länder wieder zu einer Verkehrsministerkonferenz zusammen, dort will Wissing über Lehren aus dem 9-Euro-Ticket und über Standards im Nahverkehr beraten.

Fahrgastverband lehnt Verlängerung ab

Eine Verlängerung des Billigtickets lehnt der Fahrgastverband Pro Bahn ab. „Wir sind gegen die Weiterführung des 9-Euro-Tickets, weil wir das Geld schlichtweg nicht haben“, sagte Pro-Bahn-Sprecher Karl-Peter Naumann dem RND. „Die Mittel, die man für eine Weiterführung verwenden müsste, brauchen wir dringend für den Ausbau.“ Erst dann sollte man Naumann zufolge pauschale Angebote umsetzen.

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Er nannte es „unverständlich“, dass die Verkehrsminister im Herbst wieder über Vereinheitlichung und bessere Standards im ÖPNV diskutieren wollen. „Die Ideen liegen doch schon lange auf dem Tisch: Es gibt vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen seit 2004 einen Vereinheitlichungsvorschlag für die unterschiedlichen Tarife“, sagte er. „Den sollte man endlich umsetzen.“

Diakonie fordert 5,4 Milliarden Euro Entlastung für Ärmere

Die Diakonie Deutschland schlägt eine zielgerichtete Entlastung einkommensschwacher Haushalte von der hohen Inflation vor.

Unterdessen wurden Forderungen nach weiteren Entlastungen laut. So sollen Bedürftige nach einem Vorschlag der Diakonie einen Krisenzuschlag auf ihre staatliche Leistung von mindestens 100 Euro pro Monat erhalten. Der Zuschlag solle für eine Dauer von sechs Monaten bezahlt werden, wie die Diakonie Deutschland kürzlich forderte. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatten bereits weitere Entlastungen in Aussicht gestellt, aber bisher nichts Konkretes genannt.

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