„Das Potenzial ist riesig“

Lang widerspricht Lindner: Grünen-Chefin fordert Verlängerung des 9-Euro-Tickets

Christian Lindner und Ricarda Lang (Archivfoto).

Christian Lindner und Ricarda Lang (Archivfoto).

Grünen-Co-Chefin Ricarda Lang fordert eine Nachfolgeregelung für das 9-Euro-Ticket im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und schlägt Finanzminister Christian Lindner (FDP) dazu Wege für die Finanzierung vor.

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Gegenüber dem „Tagesspiegel“ machte Lang auf den Erfolg des Projekts mit mehr als 30 Millionen verkauften Tickets und einer Zufriedenheit der Nutzer und Nutzerinnen in Umfragen von gut 80 Prozent aufmerksam. „Offensichtlich ist das Potenzial eines bezahlbaren ÖPNV in Deutschland riesig und das bundesweite 9-Euro-Ticket ein Erfolgsmodell, für das wir eine Anschluss­regelung finden sollten – nicht zuletzt auch aus klimapolitischer Sicht“, sagte Lang.

Klare Mehrheit in Deutschland für günstige Nachfolge des 9-Euro-Tickets

Am größten ist die Zustimmung mit 90 Prozent bei den unter 30-Jährigen.

Aber um der aktuellen Nachfrage dauerhaft begegnen zu können, „müssen die Verkehrsunternehmen finanziell in der Lage sein, zu investieren und die Netze auszubauen“, erklärte die Grünen-Vorsitzende. „Das wären wichtige Schritte hin zu einer sozialen und klimafreundlichen Mobilität.“ Für die Lösung des von Finanzminister Christian Lindner (FDP) angemerkten Problems einer über den August hinausgehenden Finanzierung zeigte sich Lang gesprächs­bereit: „Was die Suche nach Mitteln zur Finanzierung angeht, stehen wir natürlich jederzeit zu Gesprächen über die Streichung umwelt- und klimaschädlicher Subventionen bereit.“

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Lindner will, dass 9-Euro-Ticket befristete Maßnahme bleibt

Lindner lehnt eine weitere Finanzierung des 9‑Euro-Tickets oder eines Nachfolgeangebots strikt ab. „Das 9‑Euro-Ticket ist eine befristete Maßnahme, genau wie der Tankrabatt. Deshalb sind im Bundeshaushalt weder eine Fortsetzung des Tankrabatts noch Mittel für eine Anschlussregelung für das 9‑Euro-Ticket vorgesehen“, sagte Lindner den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Das 9‑Euro-Ticket für den öffentlichen Personen­nahverkehr soll nach bisheriger Planung Ende August auslaufen. Es gibt jedoch zahlreiche Vorschläge für eine Verlängerung. Der Verband Deutscher Verkehrs­unternehmen hat ein 69‑Euro-Ticket ins Gespräch gebracht.

Beim 9‑Euro-Ticket finanzierten Steuerzahler ein nicht kosten­deckendes Angebot im öffentlichen Personen­nah­verkehr, erklärte Lindner. „Es zahlen damit auch diejenigen, die das Angebot selbst im ländlichen Raum gar nicht nutzen können.“ Das Konzept überzeuge ihn nicht. „Jedenfalls könnte der Bund es nicht bezahlen, da im Jahr 2023 die Schulden­bremse wieder eingehalten werden muss.“

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RND/sic/dpa

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