Feuer im Harz

Waldbrandgefahr steigt mit der Trockenheit: „Es könnten extreme Situationen auf uns zukommen“

Ein Feuerwehrmann steht am Sonntag an einem abgebrannten Hang und löscht einen Waldbrand bei Stiege im Harz.

Ein Feuerwehrmann steht am Sonntag an einem abgebrannten Hang und löscht einen Waldbrand bei Stiege im Harz.

Im Harz ist am Wochenende wieder ein Waldbrand ausgebrochen. Bei Stiege in Sachsen-Anhalt seien an einem steilen Hang zunächst rund 2500 Quadratmeter betroffen gewesen, sagte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Harz am Sonntag. Später weitete sich die Brandfläche rasant auf rund 2,5 Hektar aus, wie es hieß. Am Sonntagabend berichteten die Behörden, dass das Feuer gelöscht sei. Es war bereits das dritte Mal, dass es in diesem Jahr im Harz in größerem Umfang gebrannt hat.

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Die Waldbrandgefahr steigt

Wie schlimm die Waldbrandsaison in Deutschland in diesem Jahr wird, lasse sich noch schwer vorhersagen, erklärte der Forstwissenschaftler Dr. Fabian Faßnacht am Montag gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Wir hatten die letzten Wochen relativ wenig Regen. Das bedeutet, dass prinzipiell die Waldbrandgefahr steigt. Wie schlimm es wirklich wird, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Wenn die Wetterlage so bleibt, ist die Wahrscheinlichkeit natürlich höher“, sagt der Experte.

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Es komme dazu, dass die Wälder noch von der Dürreperiode von vor zwei und drei Jahren beeinflusst ist. „Ich möchte nicht Schwarzmalen, aber es könnten extreme Situationen auf uns zukommen, wenn es bei der aktuellen Trockenheit bleibt“, betont Faßnacht. Besonders stark betroffen sein könnten erneuten die typischen Waldbrandbereiche im Nordosten Deutschlands – allen voran Brandenburg. „Dort gibt es sandige Böden, die so schon trockener sind“, erklärt der Forstwissenschaftler. Die tatsächlichen Hotspots seien auf den Karten des Dürremonitor Deutschland des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) zu sehen.

Trockenheit entlang der Mittelgebirge

Die Gesamtbodenkarte des UFZ vom 14. Mai 2022 zeigt auf einer Skala von gelb (ungewöhnlich trocken) bis dunkelbraun (außergewöhnliche Dürre), wo die Böden in Deutschland aktuell besonders trocken sind.

Dürremonitor Gesamtboden in etwa 1,8 Metern Tiefe (Stand: 14. Mai 2022).

Dürremonitor Gesamtboden in etwa 1,8 Metern Tiefe (Stand: 14. Mai 2022).

Derzeit am stärksten betroffen ist Sachsen-Anhalt, somit auch der Harz. Entlang der nördlichen Mittelgebirge bis nach Sachsen herrscht vielerorts ebenfalls eine außergewöhnliche Dürre, wie die Karte verdeutlicht.

Dr. Faßnacht: Bei der Früherkennung „besteht noch Potenzial“

Sachsen-Anhalts Forstminister Sven Schulze (CDU) hatte am Samstag angekündigt, das Land wolle sich dafür starkmachen, dass Waldbrände in Deutschland künftig schneller erkannt und bekämpft werden können. Möglich wäre dies durch den Ausbau von Computer- und Kamerasystemen und den Einsatz von Hubschraubern, auch für Löscharbeiten in schwer zugänglichen Gebieten.

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„Bei der Früherkennung kann man sicherlich noch mehr machen“, sagt Forstwissenschaftler Faßnacht. Das hänge aber auch davon ab, über welches Bundesland gesprochen werde. „In Brandenburg gibt es ein ziemlich gutes Netzwerk von Brandbeobachtungstürmen, die mit Kamerasystemen ausgestattet sind. Da würde ich behaupten, dass das recht gut funktioniert. Das liegt aber auch daran, dass das Land sehr flach ist“, meint der Experte. „In Bundesländern, die traditionell nicht so stark von Waldbränden betroffen waren, ist das natürlich weniger stark ausgeprägt. Da besteht sicherlich Bedarf, die Systeme auszubauen“, führt Faßnacht aus. Das koste aber viel Geld. „Gerade in den Mittelgebirgen ist das komplizierter. Es besteht noch Potenzial, aber es muss geschaut werden, wie realistisch es ist, gewisse Systeme einzusetzen“, sagt er.

Um sich für die bevorstehende Waldbrandsaison zu wappnen, wollen die Agrarminister von Bund und Ländern am Montag zum Thema Waldbrandgefahr beraten.

RND/nis mit dpa

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