Vulkan auf spanischer Insel La Palma ausgebrochen – Lavastrom schließt ein Haus ein

Rauch steigt am Vulkan Cumbre Vieja auf der kanarischen Insel La Palma auf. Der Ausbruch hatte sich in den vergangenen Tagen durch Tausende kleine Erdbeben und eine leichte Anhebung des Erdbodens angekündigt.

Rauch steigt am Vulkan Cumbre Vieja auf der kanarischen Insel La Palma auf. Der Ausbruch hatte sich in den vergangenen Tagen durch Tausende kleine Erdbeben und eine leichte Anhebung des Erdbodens angekündigt.

Madrid/La Palma. Auf der spanischen Kanareninsel La Palma ist ein Vulkan der Kette Cumbre Vieja ausgebrochen. Das teilte das Vulkanologische Institut der Kanaren am Sonntag mit. Der spanische Sender TVE zeigte Aufnahmen schwarzen und weißen Rauchs, die über der Kette in die Höhe schossen. Um 15.12 Uhr Ortszeit (16.12 Uhr MESZ) habe es mehrere heftige Explosionen in der Gemeinde El Paso im Süden der Insel gegeben, berichtete die Zeitung „El País“. Anschließend begann der Vulkan große Mengen braunen und weißen Rauchs sowie Gesteinsbrocken und rotglühende Lava in die Luft zu schleudern.

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Der Vulkan habe mindestens vier Schlote, also verschiedene Stellen, an denen Asche, Rauch und Lava in die Höhe geschleudert würden, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE. In anderen Berichten war von drei bis sechs Schloten die Rede. Im Fernsehen war ein Lavastrom zu sehen, der sich vom Vulkan aus langsam bergab Richtung Küste schob. Er querte eine Straße und schloss zumindest ein Haus ein. Die Feuerwehr bekämpfte Buschbrände, die durch den Vulkanausbruch ausgelöst worden waren. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. Der Ausbruch sei bisher nicht besonders explosiv. Hinweise auf Verletzte gab es zunächst nicht.

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Mehr als 2000 Menschen evakuiert - auch Touristen

Mehr als 2000 Menschen mussten evakuiert werden. Bei 500 von ihnen habe es sich um Touristen gehandelt. Ob auch Deutsche darunter waren, wurde zunächst nicht bekannt.

Der seismologische Leiter des Nationalen Instituts für Geologie in Spanien, Itahiza Dominguez, sagte dem Sender RTVC, noch könne nicht gesagt werden, wie lange der Ausbruch dauern werde. Frühere Eruptionen auf den Kanaren hätten aber Wochen oder sogar Monate gedauert, sagte er.

Lesen Sie auch: Vulkanausbruch auf La Palma: Was Reisende wissen müssen

Ausbruch in dünn besiedeltem Gebiet

„Die gute Nachricht ist, dass er in einem unbewohnten Gebiet ausgebrochen ist“, sagt der Präsident der Regierung der Kanarischen Inseln, wie die katalanische Zeitung „La Vanguardia“ berichtet. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez verschiebt demnach seine Reise zur UNO, um auf die Kanarischen Inseln zu reisen.

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Der Ausbruch hatte sich in den vergangenen Tagen durch 6600 kleine und mittlere Erdbeben und eine leichte Anhebung des Erdbodens angekündigt. Der seismologische Leiter des Nationalen Instituts für Geologie in Spanien, Itahiza Dominguez, erwartet laut „La Vanguardia“ aber nach dem Ausbruch keine schweren Erdbeben. Auch in sozialen Medien kursieren bereits Bilder, die eine große Rauchwolke über dem Vulkan während des Ausbruchs zeigen.

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Vorher falsche Einschätzung von Regierungsexperten

Zuvor hatten Regierungsexperten am Sonntag noch vermutet, dass eine Eruption nicht kurz bevorstehe. Doch sie stellten fest, dass derzeit Erdbeben nahe der Erdoberfläche auf La Palma stärker werden. Unmittelbar vor der Eruption hatten die Behörden begonnen, etwa 1000 Bewohnerinnen und Bewohner mit eingeschränkter Mobilität in Dörfern nahe dem Zentrum der Aktivität zu evakuieren. Der Einsatz wurde dann beschleunigt.

Das betroffene Gebiet im Süden der Insel ist nur dünn besiedelt. Bewohner von fünf nahe gelegenen Dörfern waren bereits aufgefordert worden, wachsam zu sein und ihr Zuhause im Fall eines Ausbruch des Vulkans zu verlassen. Die Behörden hatten die Menschen in der Nähe des Vulkangebiets aufgerufen, leichtes Gepäck mit ihrem Handy, wichtigen Dokumenten und eventuell benötigten Medikamenten vorzubereiten.

Der Bürgermeister von El Paso hat laut „La Vanguardia“ bestätigt, dass in seiner Gemeinde mittlerweile 300 Menschen evakuiert und auf den Fußballplatz umgesiedelt wurden. Die kanarischen Institutionen forderten demnach außerdem die Menschen vor Ort dazu auf, sich nicht mehr dem Vulkangebiet zu nähern, um den Ausbruch zu sehen und aufzuzeichnen, und die Truppen vor Ort arbeiten zu lassen.

Flug von Teneriffa muss umkehren – was für Auswirkungen auf Reisende?

Ein Flug von Teneriffa Nord nach La Palma habe bereits wieder umkehren müssen, berichtet „La Vanguardia“. Generell sollten sich Reisende, die nach La Palma wollen, vor Abflug oder Abfahrt darüber informieren, ob sich ihr Urlaubsort in der Nähe des Vulkanausbruchs befindet – und dann Kontakt mit dem Veranstalter aufnehmen. Aktuell ist zum Beispiel der Urlaubsort Puerto Naos betroffen. Der Badestrand dort zählt zu den wichtigsten Touristenzentren der Insel und gehört zur Gemeinde Los Llanos de Aridane.

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Wenn die eigene Urlaubsregion von dem Vulkanausbruch betroffen ist, kann eine zeitnah stattfindende Pauschalreise aufgrund außergewöhnlicher Umstände kostenlos storniert werden. „Bei einer Pauschalreise muss der Veranstalter dann den Preis zurückzahlen“, so Reiserechtsanwalt Paul Degott gegenüber dem „Reisereporter“.

Letzter Ausbruch auf La Palma vor 50 Jahren

Auf der im Nordwesten der Kanaren gelegenen kleinen Insel mit 83.000 Einwohnern hatte es zuletzt vor 50 Jahren einen Vulkanausbruch gegeben, als der Teneguía 1971 Lava in die Luft schleuderte. Massentourismus wie auf den bekannteren Inseln Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote und Teneriffa gibt es auf La Palma nicht.

Am Sonntag wurde auf La Palma ein Erdbeben der Stärke 3,8 registriert. Stärkere Erdbeben „könnten Schäden an Gebäuden anrichten“, teilte das Wissenschaftliche Komitee des Vulkangefahr-Präventionsplans mit. Für einen Abschnitt der Südwestküste der Insel gebe es die Gefahr von Steinschlag.

RND/AP/dpa/Reuters/hsc

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