Vom Tornado verweht: Frau aus Indiana findet Foto aus 200 Kilometer entfernter Stadt

An vielen Orten in Kentucky, wie hier in Gilbertsville, sind Häuser durch die Tornados vom Wochenende zerstört worden.

An vielen Orten in Kentucky, wie hier in Gilbertsville, sind Häuser durch die Tornados vom Wochenende zerstört worden.

Einen langen Weg durch die Luft hat in den USA ein altes Familienfoto zurückgelegt. Als Katie Posten aus New Albany im US-Staat Indiana am Samstagmorgen zu ihrem Auto ging, staunte sie nicht schlecht, als sie einen vermeintlichen Zettel an der Windschutzscheibe fand. Was zunächst wie eine Notiz aussah, entpuppte sich bei genauerem Hinschauen als Foto. Das verblichene Schwarz-Weiß-Bild zeigt eine Frau in einem gestreiften Kleid mit einem kleinen Jungen auf dem Schoß. Auf der Rückseite stand geschrieben: „Gertie Swatzell & J. D. Swatzell 1942“.

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Posten, die die Nachrichten über die verheerenden Tornados in Kentucky und weiteren Bundesstaaten verfolgt hatte, kam schnell auf die Idee, dass das Foto ein angewehtes Stück aus einem der vielen zerstörten Häuser sein musste. „Ich war wirklich von Emotionen überwältigt, weil die Zerstörung die ganze Zeit so weit weg schien und dadurch auf einmal total nah kam“, wird die 30-Jährige in der „Washington Post“ zitiert.

Aufruf über Social Media erfolgreich

Um die Besitzer ausfindig zu machen, postete sie das Bild bei Facebook und Twitter. Und tatsächlich: Kurze Zeit später meldete sich ein Familienangehöriger, der darauf hinwies, dass das Bild Verwandten in Dawson Springs in Kentucky gehört. Die Kleinstadt, in der viele Häuser zerstört wurden, befindet sich 209 Kilometer Luftlinie vom Wohnort Postens entfernt. Nun will Posten das Foto persönlich an die Familie übergeben – damit es auch wirklich wieder zu seinen Besitzern kommt.

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Auch wenn der Fund ungewöhnlich ist, ist er nicht der einzige dieser Art vom Wochenende. Wie die „Washington Post“ berichtet, sind in den vergangenen Tagen Dutzende Fälle von persönlichen Gegenständen, die an weit entfernten Orten wieder auftauchten, registriert worden. Laut John Knox, Privatdozent für Geografie an der University of Georgia, sind Fotos der häufigste Fund.

Nach einer Tornadoserie 2011 leitete er eine umfassende Studie zu dem Thema, um herauszufinden, wie sich die Überbleibsel von zerstörten Gebäuden und deren Innenleben bei einem solchen Wirbelsturm verteilen. Dabei verfolgte er die Wege von persönlichen Gegenständen, die nach den Tornados an anderen Orten aufgefunden und in einer Facebook-Gruppe gepostet wurden. „Wir konnten Tornados dadurch ein bisschen besser verstehen. Gerade was die Nachwirkungen angeht“, wird der Wissenschaftler in der „Washington Post“ zitiert.

RND/lgr, mit AP

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