Durchschnittlich 3200 Australische Dollar pro Jahr für Hundepflege

Vitaminboom für Haustiere in Australien

Für ihre Hunde und Katzen geben die Aussies inzwischen hohe Summen aus. Vor allem Vitaminprodukte gehen weg wie warme Semmeln (Symbolbild).

Für ihre Hunde und Katzen geben die Aussies inzwischen hohe Summen aus. Vor allem Vitaminprodukte gehen weg wie warme Semmeln (Symbolbild).

Haustiere sind während der Pandemie in vielen Ländern ein beliebter Zeitvertreib gewesen. Auch Australien hat einen Covid-befeuerten Haustierboom erlebt. Seit der Pandemie haben fast 70 Prozent der australischen Haushalte ein Haustier: Neben dem einen oder anderen exotischen Tier wie Echsen oder Frettchen sind natürlich Katzen und Hunde die beliebteste Wahl.

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Eine Umfrage von Animal Medicines Australia (AMA) unter mehr als tausend Tierbesitzern ergab im vergangenen Jahr bereits, dass diese Tierbesitzer bereit sind, viel Geld für ihre vierbeinigen Lieblinge springen zu lassen. So geben Hundebesitzer rund 3200 Australische Dollar pro Jahr für die Tierpflege aus, während Katzenbesitzer es auf 2100 Dollar bringen. Umgerechnet sind das über 2200 Euro beziehungsweise fast 1500 Euro.

Die „Humanisierung“ von Haustieren

Experten sprechen deswegen inzwischen von einer sich abzeichnenden „Humanisierung“ von Haustieren. „Wie die Menschen ihre Hunde wertschätzen, hat sich enorm gewandelt“, sagte Gaynor Andrew der australischen Zeitung „Sydney Morning Herald“ beispielsweise. Andrew züchtet seit mehr als zehn Jahren Cavalier King Charles Spaniels und berät Welpenbesitzer zum Thema ganzheitliche Gesundheit. „Für die Menschen, mit denen ich zu tun habe, ist ein Hund ein Familienmitglied“, berichtete er.

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Der Trend ist nicht auf Australien beschränkt: Laut des Marktforschungsunternehmens Research and Markets wird der globale Markt für Haustierzubehör bis 2025 voraussichtlich 41,1 Milliarden US-Dollar erreichen. Die Analysten sehen den Grund dafür vor allem in der alternden Bevölkerung sowie der Zunahme von Haushalten mit höherem Einkommen. Forschungsstudien, dass Haustiere einen positiven Einfluss auf Kinder haben und beispielsweise Depressionen oder Einsamkeit vorbeugen, sollen den Trend ebenfalls positiv beeinflusst haben. „Haustiere sind heute Teil der Familie und daher beginnen die Haushalte, für Haustiere genauso viel auszugeben wie für Kinder“, schrieben die Analysten in einem Bericht vom März 2021. „Geschickte Akteure in der Branche unterscheiden bereits zwischen Tierhaltern und Tiereltern beziehungsweise Tierpflegern.“

Lukrative neue Geschäftszweige

In Australien sind aufgrund dieses Phänomens eine ganze Reihe lukrativer neuer Geschäftszweige entstanden – von Haustierversicherungen über professionelles Gassigehen mit Hunden bis hin zu haustierfreundlichen Yogakursen.

Vor allem die Tiergesundheitsindustrie hat einen Boom erlebt und verzeichnet inzwischen einen Jahresumsatz von 4 Milliarden Australischen Dollar oder fast 2,8 Milliarden Euro. Der australische Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln, Blackmores, hat diesen neuen Trend erkannt und hat eine Haustierproduktlinie Pure Animal Wellbeing (PAW) entwickelt. Unter diesen Produkten sind Multivitaminkautabletten für Haustiere, ein Fischölpräparat für Hunde und Produkte zur Beruhigung von Stress und Angst.

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Boom bei Mitteln zum Stressabbau erwartet

Wuchs Australiens milliardenschweres Geschäft mit Heimtierbedarf vor der Pandemie jährlich um etwa 4 Prozent, hat sich das Umsatzwachstum laut des Marktforschungsunternehmens Ibisworld zwischen 2020 und 2021 mehr als verdoppelt. Blackmores-CEO Alastair Symington bestätigte im Gespräch mit der australischen Tageszeitung „Sydney Morning Herald“ ebenfalls, dass die Menschen nach zwei Jahren Homeoffice bereit seien, mehr Geld für ihre Haustiere auszugeben. „Für uns geht es nun darum, natürliche Gesundheitslösungen bereitzustellen, die man in die tägliche Routine einbauen kann.“ Aktuell erwartet Symington einen Boom bei den Mitteln zum Stressabbau. Denn nachdem immer mehr Australier ins Büro zurückkehren, bleiben immer mehr Vierbeiner nach zwei Jahren in menschlicher Gesellschaft wieder allein zu Hause.

Denn während viele Menschen die Lockdowns teils erdrückend empfanden, haben vor allem Hunde eher positiv auf die Anwesenheit ihrer Herrchen und Frauchen reagiert. Dies ergab eine australische Studie vom Juli 2021, für die Forscher der James Cook Universität in Townsville fast 400 Haustierbesitzer befragt hatten. 100 Prozent aller Hundebesitzer gaben dabei an, dass ihre Vierbeiner glücklich waren, sie so häufig zu sehen. Bei Katzen war dies übrigens nicht gleichermaßen der Fall. Hier gab nur etwa die Hälfte der Besitzer an, dass ihre Haustiere sie gerne ständig um sich hatten.

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