Tornado-Überlebende aus Kerzenfabrik verklagen Arbeitgeber

Arbeiter stehen in Mitten von Trümmer der Kerzenfabrik Mayfield Consumer Products, die von einem Tornado zerstört wurde.

Arbeiter stehen in Mitten von Trümmer der Kerzenfabrik Mayfield Consumer Products, die von einem Tornado zerstört wurde.

Mayfield. Tornado-Überlebende aus einer Kerzenfabrik im US-Staat Kentucky haben Klage gegen ihren Arbeitgeber eingereicht. Dieser habe „offenkundige Gleichgültigkeit gegenüber den Rechten“ der Arbeiter gezeigt, indem er sich weigerte, die Mitarbeiter als Sicherheitsmaßnahme nach Hause gehen zu lassen, als sich der Sturm näherte, heißt es in der Klageschrift. Der zerstörerischen Kraft des Tornados fielen in der Fabrik in Mayfield im Westen Kentuckys acht Menschen zum Opfer.

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In der Klage wird dem Unternehmen vorgeworfen, gegen Regelungen des Staats zum Arbeitsschutz und Gesundheitsstandards am Arbeitsplatz verstoßen zu haben, indem die Mitarbeiter zur Weiterarbeit angehalten wurden. Gefordert werden von dem Unternehmen Mayfield Consumer Products Schadenersatz und Strafzahlungen. Ein Sprecher des Unternehmens hatte zuvor insistiert, die Angestellten hätten jederzeit gehen dürfen. Einer Bitte um Rückruf zwecks Stellungnahme kam er am Donnerstag zunächst nicht nach.

Vorgesetzter soll mit Disziplinarmaßnahmen gedroht haben

Eine Angestellte der Kerzenfabrik sagte der Nachrichtenagentur AP am Dienstag, ein Vorgesetzter habe ihr Disziplinarmaßnahmen angedroht, falls sie wegen des Sturms früher nach Hause gehe. Die Angestellte fragte sich, warum das Unternehmen Mitarbeiter nicht dazu aufforderte, nach Hause zu gehen, oder ihnen zwischen zwei Tornado-Warnsirenen am Freitagabend zumindest ein besseres Verständnis der Gefahr vermittelte.

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Die Klage wurde weniger als eine Woche nach den Verwüstungen durch die Stürme und mehr als 30 Tornados eingereicht, die Freitagabend begannen und Leben und Eigentum in acht US-Staaten zerstörten. Mehr als 100 Menschen arbeiteten in der Kerzenfabrik, als ein Tornado das Gebäude traf. Das Ausmaß der Schäden hatte zunächst Befürchtungen weit höherer Opferzahlen befeuert. Das Unternehmen teilte jedoch später mit, viele Überlebende hätten das Gelände verlassen und ihre Wohnstätten, die in Folge der Schäden ohne Telefonmöglichkeit waren, aufgesucht. Dies habe zur Verunsicherung über die tatsächliche Zahl der Vermissten beigetragen.

Der Gouverneur von Kentucky, Andy Beshear, hat angekündigt, dass sich die für Arbeitsschutz zuständige Behörde des Staats mit den acht Todesfällen in der Kerzenfabrik befassen werde. Eine solche Untersuchung findet routinemäßig statt, wenn Beschäftigte in Ausübung ihrer Tätigkeit sterben.

RND/AP

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