Streit um Statue: Französisches Gericht weist Entfernung von Erzengel Michael an

Ein Richterhammer liegt auf einem Holztisch. (Symbolbild)

Ein Richterhammer liegt auf einem Holztisch. (Symbolbild)

Les Sables-d'Olonne. In der französischen Badestadt Les Sables-d‘Olonne an der Atlantikküste ist ein heftiger Streit um eine Statue des heiligen Michael entbrannt. 2018 hatte die Stadt eine Bronzestatue des Erzengels auf der Place Saint-Michel vor einer Kirche aufstellen lassen – am Donnerstag nun wies das Verwaltungsgericht in Nantes die Stadt nach der Klage des humanistischen Bundes an, das Standbild binnen sechs Monaten zu entfernen.

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Das religiöse Symbol im öffentlichen Raum verstoße gegen ein Gesetz von 1905 zur Trennung von Staat und Kirche, berichtete der Sender France Bleu. Frankreich pflegt eine strikte Trennung von Staat und Kirche, die Bedeutung dieser als Laizität benannten Praxis wird von der Politik regelmäßig betont. Bürgermeister Yannick Moreau platzte nach dem Urteil der Kragen, im Namen des gesunden Menschenverstandes und der Stadt werde er in Berufung gehen, schrieb er.

Bürgermeister will Vollstreckungsaufschub erreichen

„Die Gerichte unseres Landes haben anderes zu tun, als die missbräuchlichen Anträge radikaler Laizisten zu untersuchen, die Komplizen der "Cancel Culture" sind und versuchen, die jahrtausendealten kulturellen Bindungen, die unsere kollektive Identität geformt haben, eine nach der anderen aus den Angeln zu heben“, schrieb der Bürgermeister auf Twitter. Bis zu einer Berufungsentscheidung wolle er einen Vollstreckungsaufschub erreichen.

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In den sozialen Medien flogen indes die Kommentare hin und her. „Wenn die Gerichte so viel zu tun haben, sparen Sie sich doch Ihre Berufung“, schrieb einer. „Treten Sie zurück, wenn Sie sich nicht an das Gesetz halten“, meinte ein anderer. „Wir unterstützen Sie, Hände weg von Sankt Michael in Sables d'Olonne“, hieß es von der Gegenseite, während eine bekennende Katholikin vorschlug, die drei Quadratmeter Boden, auf dem das Standbild steht, privat zu kaufen um den Konflikt zu lösen.

RND/dpa

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