Rache ist süß: „Troll Cakes“ gegen Netz-Rüpel

Verteilt Saures: Kat Thek in ihrer Backstube in New York.

Verteilt Saures: Kat Thek in ihrer Backstube in New York.

New York. US-Präsident Donald Trump kam auch schon in den Genuss: Nachdem er via Twitter US-Moderatorin Rosie O’Donnell öffentlich beleidigt hatte, machte sich die New Yorkerin Kat Thek an die Arbeit und buk dem aus dem Ruder gelaufenen Präsidenten einen Kuchen – die süße Antwort auf die bittere Realität. Wer im Internet gemobbt wurde, kann bei Thek ein Foto der Beleidigung und die Adresse des sogenannten Trolls einreichen. Thek backt dann einen Schokoladenkuchen mit Zuckerguss und dem verletzend gemeinten Zitat in essbaren Buchstaben. „Sorry, dass du so eine hasserfüllte Person bist, Beth“ oder „Du Eselshexe“ leuchten in bunten Buchstaben auf Schokoladenkuchen. Sie sind geschmückt mit Streuseln, Schmetterlingen und Blümchen.

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Ein Kuchen kostet 35 Dollar (rund 32 Euro) und landet nach etwas Adressen-Recherche vor der Tür des Fieslings – besonders gerne nimmt Thek den Arbeitsplatz. Für die 1600 Pennsylvania Avenue in Washington brauchte sie nicht viel Recherche. Vier Kuchen gingen bereits an die prominente Adresse. Rekationen? Fehlanzeige.

Seit dem Start von „Troll Cakes“ Mitte April hat Thek fast fünfzig Kuchen verschickt. Für 60 Dollar (rund 55 Euro) geht sie sogar selbst auf Detektivjagd und recherchiert die Adresse des Trolls online. Thek arbeitet tagsüber als Werbetexterin und backt die Kuchen bislang nur nach Feierabend und an Wochenenden. Zu anderen ihrer ungewöhnlichen Projekte zählen Pillen aus Katzenhaaren, Blumensträuße aus Rasierklingen und Wahrsagerei mit Hilfe gebrauchter Wachsstreifen.

First Lady Melania Trump versprach während des Wahlkampfes sogar, gegen Mobbing in sozialen Medien anzukämpfen. Doch seit ihrer Wahlkampfrede im November hat sie sich nicht mehr dazu geäußert. Dabei gehört Mobbing im Internet zum Alltag: Mit 47 Prozent sind fast die Hälfte aller Internetnutzer in den USA schon einmal persönlich belästigt oder beleidigt worden, wie das Forschungszentrum „Data & Society“ mit Sitz in New York herausgefunden hat.

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Von Stephanie Ott/RND

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