Prozess um Messerattacke im Schlossgarten: 19-Jähriger räumt Tat ein

Wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung muss sich seit Montag ein 19-Jähriger aus Fulda vor der Jugendkammer des Landgerichts Fulda verantworten (Archivbild).

Fulda. Wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung muss sich seit Montag ein 19-Jähriger aus Fulda vor der Jugendkammer des Landgerichts Fulda verantworten. Er soll sich im September im Schlossgarten in Fulda von hinten an eine Bank angeschlichen haben, auf der mehrere Jugendliche saßen. Zweimal soll er einem 18-Jährigen mit einem Messer in die Schulter und den Rücken gestochen haben. Laut Staatsanwaltschaft hatte dieser dem Angeklagten dabei den Rücken zugekehrt und war dadurch ahnungs- und wehrlos gewesen. Der Angeklagte habe dessen Tod billigend in Kauf genommen.

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Staatsanwaltschaft geht von verminderter Schuldfähigkeit aus

Vor Gericht räumte der 19-jährige Deutsche die Messerstiche ein. Er sei an dem Tag nach einem Streit mit seinen Eltern schlecht drauf gewesen, habe Alkohol getrunken und sich mit einem Freund im Schlossgarten getroffen, sagte er. Als er eine Nachricht erhielt, dass weitere Freunde auf einer Bank im Schlossgarten säßen, sei er allein dorthin gegangen. Als er dort seine Ex-Freundin mit dem 18-Jährigen sitzen sah, sei alles in ihm hochgekommen und er habe zugestochen. Das Messer habe er angeblich zur Selbstverteidigung bei sich getragen.

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Da der 19-Jährige zur Tatzeit zwischen 1,8 und 2,3 Promille Alkohol im Blut gehabt haben soll, geht die Staatsanwaltschaft von verminderter Schuldfähigkeit aus. Der 18-Jährige war schwer, aber nicht lebensbedrohlich verletzt worden. Er wurde am nächsten Morgen notoperiert.

Der Angeklagte war nach den Messerstichen weggerannt. Er hatte versucht, sich die Pulsadern aufzuschneiden, das Messer ins Gebüsch geworfen und für sich selbst einen Rettungswagen gerufen. Dass sein Opfer schwer verletzt war, habe er nicht gedacht, sagte er vor Gericht. Er wolle sich bei dem 18-Jährigen entschuldigen.

An einer Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe des Schlossgartens war der Angeklagte festgenommen worden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Ein Urteil wird am 28. Februar erwartet.

RND/dpa

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