Polizistenmorde: Ermittler gehen wegen „Dynamik des Geschehens“ weiter von zwei Tätern aus

Die Gedenkstätte für die beiden am 31. Januar 2022 getöteten Polizisten Yasmin B. und Alexander K. an der Kreisstraße 22 zwischen Ulmet und Mayweilerhof im Landkreis Kusel.

Mainz. Im Fall der Polizistenmorde von Kusel gehen Ermittler weiter von einer gemeinsamen Tat der beiden festgenommenen Verdächtigen aus. Angesichts der „Dynamik des Geschehens“ könnten die Schüsse auf die beiden Beamten nach derzeitigem Untersuchungsstand nicht nur von einer Person abgegeben worden sein, sagte der rheinland-pfälzische Justizminister Herbert Mertin (FDP) am Freitag in Mainz. Dafür sprächen etwa das Verletzungsbild und die zeitliche Abfolge. „Derzeit liegen keine Hinweise dafür vor, dass es weitere Tatbeteiligte geben könnte“, sagte Mertin im Rechtsausschuss des Landtages.

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Eine Polizeianwärterin und ein Polizeikommissar waren am Montag vergangener Woche während einer Fahrzeugkontrolle bei Kusel erschossen worden. Noch am selben Tag wurden zwei Tatverdächtige im Saarland festgenommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden Männer mit der Tat Jagdwilderei verdecken wollten.

Ermittler glauben, dass beide Männer schossen

Den Ermittlungen zufolge habe der 38-Jährige Andreas S. mit einer Schrotflinte unvermittelt in Richtung des Kopfes der Polizeianwärterin geschossen und sie tödlich verletzt, sagte Mertin. „Anschließend sollen die beiden Beschuldigten gemeinsam das Feuer auf den Beamten eröffnet haben, und zwar mit der Schrotflinte und einem Einzelladergewehr. Der Beamte wurde durch insgesamt vier Schüsse tödlich verletzt.“

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Der 32 Jahre alte verdächtige Florian V. habe eingeräumt, mit dem weiteren Beschuldigten in der Tatnacht gewildert zu haben, sagte Mertin. Der Mann habe zudem ausgesagt, er sei auch am Tatort gewesen, habe aber nicht geschossen. Der 38-Jährige mache Gebrauch von seinem Schweigerecht. Nach ersten Erkenntnissen gehe die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der 38-Jährige zum Tatzeitpunkt weder eine Jagderlaubnis noch eine waffenrechtliche Erlaubnis zum Besitz von Schusswaffen besessen habe.

Papiere eines Tatverdächtigen am Tatort gefunden

Am Tatort seien Personalausweis und Führerschein von einem der beiden Tatverdächtigen gefunden worden, sagte der Minister. Zudem seien bei Durchsuchungen die möglichen Tatwaffen entdeckt worden, und am mutmaßlichen Tatfahrzeug gebe es Hinweise auf Einschüsse. Das Ermittlungsverfahren befinde sich aber noch in einem frühen Stadium. „Die Frage nach dem Warum werden hoffentlich die Ermittlungen beantworten können“, betonte Mertin. „Die Tat muss zügig aufgeklärt werden – das sind wir den beiden Getöteten schuldig.“

RND/dpa

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